
An den Stränden mehrerer ostfriesischer Inseln sind weiße Klumpen angespült worden. Auf Bildern waren die Brocken am Strand von Norderney zu sehen. Am Mittwoch hatte es Berichte über ähnliche Funde auf Borkum und Juist gegeben.
Auf Borkum sei auf einer Länge von etwa 20 Kilometern eine unbestimmte Menge des Stoffes gemeldet worden, teilte die Wasserschutzpolizei mit. Die Behörde geht davon aus, dass es sich um Paraffin handelt. Die Säuberungsarbeiten seien im Gange.
Auch auf Juist wurden den Angaben zufolge im westlichen Strandabschnitt solche Brocken festgestellt. Eine Gefährdung für Strandbesucher bestehe nach derzeitigen Erkenntnissen nicht. Die Wasserschutzpolizei Emden ermittele. Mitarbeiter des niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz hatten das angespülte Paraffin gemeldet.
Paraffin kann von Öltankern stammen
Paraffin ist eine nicht giftige wachsartige Substanz – ein Erdölprodukt, das unter anderem zur Herstellung von Kerzen oder Cremes verwendet wird. Paraffine können etwa aus Tankern auf See stammen.
Schiffe in der Nordsee sind verpflichtet, ihre Tanks bei Entladung zu reinigen und Ladungsrückstände sowie das Waschwasser am Hafen zu entsorgen. Für das Einleiten von Paraffin gelten seit 2021 striktere Regeln, allerdings kein Verbot. So kommt es vor, dass Paraffine in kleineren und größeren Mengen an Stränden von Nord- und Ostsee landen.
Anspülungen von ungewöhnlichen Objekten an der Nordsee passieren immer wieder. 2021 und 2025 wurde ebenfalls Paraffin angespült. 2024 entdeckte eine Urlauberin auf Borkum mehrere Pakete um eine Rettungsweste gebunden – in den Paketen befand sich eine Tonne Kokain, wie die Polizei feststellte.
