Die vom Hantavirus betroffene MV Hondius hat die spanische Insel Teneriffa in Richtung Niederlande verlassen. Zuvor hatten die letzten sechs Passagiere und ein Teil der Besatzung das Schiff verlassen. Der Kapitän lobte in einem Video ihre Geduld und Disziplin während dieser »äußerst schwierigen« Wochen.
Wegen starker Winde musste das Polarexpeditionsschiff zunächst im Hafen von Granadilla de Abona anlegen, damit die verbleibenden Passagiere – vier Australier, ein in Australien lebender Brite und ein Neuseeländer – sicher von Bord gehen konnten. Die Passagiere werden in die Niederlande geflogen, wo sie sich in Quarantäne begeben werden, teilte das spanische Gesundheitsministerium mit.
Neunzehn Besatzungsmitglieder und drei Ärzte, die sie behandelt hatten, sollten mit einem separaten Flug in die Niederlande fliegen, teilte das niederländische Außenministerium mit. Die MV Hondius sollte anschließend mit 26 Besatzungsmitgliedern ihre Reise in die Niederlande, ihren Flaggenstaat, fortsetzen, wo sie desinfiziert werden sollte, wie die Gesundheitsbehörden mitteilten.
Die Passagiere werden ausgeflogen
Die Ausschiffung der Hondius bildet den Abschluss einer komplexen Operation, in deren Rahmen bislang 94 Personen evakuiert und in ihre Wohnsitzländer zurückgeführt wurden. Die MV Hondius hatte vor 41 Tagen den südlichen Teil Argentiniens verlassen. Neun Tage später gab es das erste positive Testergebnis für die virale Atemwegsinfektion.
Die vier deutschen Passagiere stammen dem
Bundesgesundheitsministerium zufolge aus Berlin,
Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen. Keiner von ihnen habe bisher
Symptome. Die Passagiere wurden zunächst im Uniklinikum Frankfurt
aufgenommen und sollten dann in die jeweiligen Bundesländer gebracht
werden.
18 weitere Passagiere wurden in die USA zurückgeflogen und dort unter
Quarantäne gestellt, teilten Vertreter des US-Gesundheitsministeriums
mit. Einer der Passagiere wurde positiv getestet.
Drei Menschen sind gestorben
Ein Spanier wurde positiv auf das Virus getestet, teilte Spaniens Gesundheitsministerium mit. Er befindet sich nach seiner Evakuierung in Madrid in Quarantäne. Die weiteren 13 Spanierinnen und Spanier, die sich im selben Militärkrankenhaus in Quarantäne befinden, wurden negativ auf das Virus getestet, hieß es in einer Erklärung. Der Patient zeige keine Symptome und befinde sich in guten Zustand.
Seit Beginn des Ausbruchs des Virus sind drei Menschen gestorben. Unter
den Toten sind ein niederländisches Ehepaar und ein deutscher
Staatsbürger. Das Hantavirus wird normalerweise von wildlebenden
Nagetieren übertragen, in seltenen Fällen und bei engem Kontakt jedoch
auch von Mensch zu Mensch.
