Die Zahl der Betroffenen von Cyberkriminalität in Deutschland ist im vergangenen Jahr deutlich angestiegen. Elf Prozent der Internetnutzenden – mehr als jeder Zehnte – wurde 2025 Opfer eines von
Cyber-Angriffs. Im Vorjahr hatte der Anteil von bei sieben Prozent gelegen. Das geht aus dem Cybersicherheitsmonitor des Bundesamts für Sicherheit in der
Informationstechnik (BSI) und der Polizeilichen
Kriminalprävention (ProPK) hervor. Bei einer repräsentativen Umfrage wurden 3.060 Personen ab 16 Jahren befragt.
Nach einem merklichen Rückgang auf 7 Prozent im Vorjahr liegt der Wert demnach nun wieder auf dem Niveau von 2023 und 2024. Am häufigsten traten laut der Umfrage Betrugsfälle beim Online-Shopping
auf. Mit 22 Prozent fanden hier relativ die meisten Straftaten statt. Auch häufig wurden Fremdzugriffe auf Online-Accounts (14 Prozent)
sowie Betrug beim Online-Banking (13 Prozent) und sogenanntes Phishing,
also das Abgreifen persönlicher Daten durch gefälschte E-Mails oder
Websites, genannt.
Folgen für die meisten Betroffenen
Mit 88 Prozent berichtet der Großteil der Betroffenen von einem entstandenen Schaden. Neben finanziellen Verlusten, die ein Drittel beklagte, nannten die Befragten auch Vertrauensverlust in die genutzten Dienste (29 Prozent). Jeder fünfte Betroffene gab außerdem an, durch die Tat emotional belastet worden zu sein. In 12 Prozent der Fälle soll es zu Rufschädigung gekommen sein.
Jeder Vierte (27 Prozent) war in seinem Leben schon einmal von Straftaten im digitalen Raum betroffen. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher verhalten sich der Befragung zufolge nachlässig bei der Prävention. Lediglich 14 Prozent der Befragten informiert sich regelmäßig über Sicherheitsmaßnahmen
im Netz, während sich knapp ein Viertel praktisch nie damit beschäftige.
Häufigster Grund für mangelnden
Selbstschutz ist ein zu hohes Sicherheitsgefühl. Besonders sorglos zeigen sich junge Menschen. Knapp ein Viertel fühlt sich zudem von den
Schutzinstrumenten überfordert oder hält sie für zu kompliziert.
BSI-Präsidentin nimmt Anbieter in die Pflicht
Von 19 möglichen Schutzmaßnahmen sind der Mehrheit der Befragten nur sichere Passwörter (55 Prozent) und Antivirenprogramme (54 Prozent) bekannt, die allerdings beide von weniger als der Hälfte genutzt wird. Lediglich bei 32 Prozent der Fälle haben Betroffene laut der Umfrage den Angriff auch bei der Polizei angezeigt.
Die Verantwortung dürfe nicht allein bei den Nutzern abgeladen werden, forderte BSI-Präsidentin Claudia Plattner. »Hersteller und Anbieter
digitaler Geräte und Anwendungen müssen sichere Produkte und
Dienste zum Standard machen«, sagte sie. Cybersicherheit müsse
im Alltag einfacher und verständlicher werden. Indessen mache die Polizei die Vorgehensweisen der Täter transparent, um
ihnen den Boden zu entziehen, teilte die Vorsitzende
der Polizeilichen Kriminalprävention, Stefanie Hinz, mit.
