Der Schriftsteller Leif Randt reist dem Licht hinterher und weil er spüren will, wann ein Ort noch ein Ort ist – und wann nur noch Kulisse. Wir sitzen in einer Taverne in Athen, Mezze stehen auf dem Tisch: Würstchen aus Euböa, Rote Bete mit Joghurt, gerösteter Blumenkohl. Randt hat ein paar Urlaubsfotos dabei. Die Reise beginnt – auf dem Handy.
DIE ZEIT: Gemeinsam Urlaubsfotos gucken macht man eigentlich nicht mehr. Sondern scrollt eher allein durch die Handybilder.
Leif Randt: Man guckt sich wahrscheinlich so viele Fotos an wie noch nie zuvor in der Geschichte der Menschheit. Mein Handy schlägt mir auch ständig alte Fotos neu vor: automatisierte Rückblicke, random Slideshows. Neulich kam: »Gemeinsam am Tisch versammelt in Berlin« – das fand ich richtig trist. Innenräume. Mittelalte Leute an Tischen. Es gibt aber auch Slideshows von der golden hour. Das sind schöne Fotos, oft von Reisen. Ich glaube ja, ich fahre vor allem weg, um besseres Licht zu haben.
