Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 19/2026.
Juri Hollmann weiß immer noch nicht genau, warum die Straße an diesem Donnerstag vor einem Jahr so glatt war. Vielleicht lag es am Dreck oder am Blütenstaub, der sich vermischt mit dem leichten Regen wie Seife auf den Asphalt schmierte. Schon in der Kurve zuvor waren ein paar Fahrer weggerutscht. »Ich ärgere mich, dass ich nicht auch da gestürzt bin«, sagt Hollmann. Er fiel wie die meisten anderen auf der Geraden danach. Mehr als 50 Fahrer, kein typischer Massensturz, bei dem einer nach dem anderen über den vor ihm fällt. Sie stürzten unabhängig voneinander. Sobald sie die Bremse antippten, rutschten ihnen die Räder weg. Hollmann sagt, sie hätten keine Chance gehabt. Wie auf einem zugefrorenen See sei es gewesen.
