Kaum etwas hat die deutsche Nationalbewegung so befeuert wie der Kampf gegen Napoleon. Frankreich wurde zum »Erbfeind« – bis in den deutschen Untergang hinein.
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Es war ein historisches Ereignis: Im September 1962 besuchte der französische Staatspräsident Charles de Gaulle die Bundesrepublik. Wo immer er auf seiner sechstägigen Reise Station machte, bereiteten ihm die Deutschen einen begeisterten Empfang. De Gaulle bedankte sich mit einer Charmeoffensive. So sprach er in Bonn vor Tausenden Menschen von dem Vertrauen, das er in das »große deutsche Volk« habe. Das waren Töne, wie man sie aus dem Munde eines französischen Staatschefs noch nicht vernommen hatte. Denn bis kurz zuvor hatte nicht Freundschaft, sondern erbitterte Feindschaft die Beziehungen zwischen den beiden Nationen geprägt.
