Das von einem tödlichen Hantavirus-Ausbruch
betroffene Kreuzfahrtschiff Hondius soll heute vor
der Kanareninsel Teneriffa eintreffen.
Wie der Veranstalter Oceanwide Expeditions mitteilte, wurde
das Schiff gegen 5.30 Uhr (Ortszeit; 6.30 MESZ) im Hafen von Granadilla
erwartet. Alle Passagiere sowie einige Besatzungsmitglieder sollten
demnach ab etwa 8.00 Uhr (Ortszeit; 9.00 Uhr MESZ) mit Booten an Land
gebracht werden.
Nach der Ausschiffung sollten die Betroffenen
»unverzüglich zu den ihnen zugewiesenen Flugzeugen gebracht werden«,
hieß es weiter. Anschließend werden sie in ihre Heimatländer
ausgeflogen.
Auf Drängen der örtlichen Behörden soll die Hondius aus Sicherheitsgründen nicht in den kleinen Industriehafen
Granadilla de Abona einlaufen, sondern vor der Insel ankern. Ein Teil
der Besatzung soll den Angaben zufolge an Bord bleiben und später mit
dem Schiff in die Niederlande fahren.
Menschen an Bord gelten als »Hochrisikokontakte«
»Spanien ist bereit und vorbereitet«, sagte der
Chef der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Ghebreyesus, bei einer
Pressekonferenz im Hafen von Granadilla. Der WHO-Chef war am Samstag auf
die Kanareninsel gereist, wo er die Evakuierung des Kreuzfahrtschiffes
beaufsichtigen soll.
Auch wenn keiner der Menschen an Bord des
Schiffes derzeit Symptome hat, gelten sie aufgrund der langen
Inkubationszeit des Hantavirus’ als »Hochrisikokontakte«.
Laut WHO wurde mittlerweile in sechs von acht
Verdachtsfällen eine Infektion mit dem von Mensch zu Mensch
übertragbaren Andes-Virusstamm bestätigt. Drei Menschen sind bisher an
dem Virus gestorben, darunter eine Deutsche.
