Nach einem
Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff MS Hondius hat
die Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen sechs von acht Verdachtsfällen als offizielle Hantavirus-Fälle bestätigt. Die zwei übrigen Fälle würden weiter geprüft, teilte die
UN-Behörde mit. Vier Patienten werden
in Krankenhäusern in den Niederlanden, in Südafrika und in der
Schweiz behandelt. Drei der acht Personen sind gestorben, darunter ein Deutscher und ein niederländisches Ehepaar.
Ein Verdachtsfall in Deutschland – eine Passagierin des Schiffs – steht unter Beobachtung in der Uniklinik
Düsseldorf. Wegen der langen Inkubationszeit könnten die Ärzte erst nach acht Wochen
Entwarnung geben, sagte der UKD-Bereichsleiter Tropenmedizin,
Torsten Feldt. Man könne nur sagen, dass die Kontaktperson derzeitig keine aktive Infektion habe.
Bei dem Erreger handelt es sich um den Anden-Stamm des
Hantavirus, der durch PCR-Tests nachgewiesen wurde. Dieser Stamm
kann durch sehr engen Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen
werden, was Experten zufolge jedoch sehr selten ist. Der WHO
zufolge hat sich der erste Fall vermutlich bereits vor der Reise
in Argentinien oder Chile infiziert, bevor sich das Virus auf
dem Schiff ausbreitete. Das Risiko für die Weltbevölkerung sei
gering, für die Passagiere und die Besatzung jedoch moderat.
Kreuzfahrtschiff soll am Sonntag in Teneriffa anlegen
Das
Schiff hatte am 6. Mai Kap Verde verlassen und ist auf dem Weg
zu den spanischen Kanaren, wo die Passagiere von Bord gehen
sollen. Die Ankunft auf Teneriffa ist für Sonntag geplant. Die Passagiere sollen dort untersucht und getestet werden. Laut dem Betreiber der Hondius zeige derzeit keiner der Passagiere Krankheitssymptome.
Als der Ausbruch am 2. Mai gemeldet wurde, befanden sich 147
Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord. 34 weitere Reisende
hatten das Schiff bereits verlassen, viele davon bei einem
Zwischenstopp auf der Insel St. Helena. Zu den von Bord
gegangenen Passagieren zählte auch die Frau des auf dem Schiff
verstorbenen Niederländers. Sie erkrankte später selbst und
starb, nachdem sie in Johannesburg wegen ihres schlechten
Gesundheitszustands aus einer Maschine der Fluggesellschaft
KLM gebracht worden war. Zudem hatten die Behörden
einen weiteren Verdachtsfall bei einem britischen Staatsbürger
auf der abgelegenen Insel Tristan da Cunha im Südatlantik
gemeldet, wo das Schiff am 15. April angelegt hatte.
