Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September könnte die AfD eine absolute Mehrheit bekommen und damit zum ersten Mal Regierungsverantwortung übernehmen. Im
aktuellen Sachsen-Anhalt-Trend des Meinungsforschungsinstituts
Infratest dimap kommt die vom Landesverfassungsschutz als gesichert
rechtsextremistisch eingestufte Partei auf 41 Prozent. Deutlich dahinter folgt die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze mit lediglich 26 Prozent. Auf Platz drei steht die Linke mit zwölf Prozent. Im
Vergleich zur vorangegangenen Infratest-Umfrage im September legte die
AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund damit zwei Prozentpunkte zu,
während die CDU einen Punkt verlor. Wie
wahrscheinlich es nach heutigem Stand ist, dass die AfD es in die
Regierung schafft, hat der stellvertretende Leiter des Datenressorts der
ZEIT, Christian Endt, berechnet.
Eine
Gruppe von Abgeordneten aus allen Bundestagsfraktionen außer der AfD will die sogenannte Widerspruchsregelung in Deutschland einführen, um
mehr Organspender zu gewinnen. Der
Vorschlag besagt, dass künftig alle Menschen potenzielle Organspender
sind, solange sie dem nicht aktiv widersprechen. Nach der bisherigen
Regelung muss man einer Spende aktiv zustimmen. Am Ende wäre aber auch mit der
neuen Lösung noch immer der eigene Wille entscheidend, erklärte die
CDU-Abgeordnete Gitta Connemann auf einer Pressekonferenz am Donnerstag. Anders als bisher würde ein Schweigen dann aber als Zustimmung gewertet. Befragungen des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit zeigen, dass
85 Prozent der Bevölkerung einer Organspende positiv gegenüberstehen.
Aber: Nicht einmal halb so viele haben einen Spenderausweis und rund
8.000 Menschen in Deutschland warten laut der offiziellen Warteliste auf ein Spenderorgan. Wie
sich die Widerspruchslösung in anderen Ländern auf die Anzahl an Organspenden ausgewirkt hat, erklärt der ZEIT-Gesundheitsredakteur Ingo Arzt.
Außerdem im Update: Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat am Donnerstagnachmittag die Ergebnisse der Steuerschätzung vorgestellt. Bis 2030 müssen Bund, Länder und Kommunen mit 87,5 Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen rechnen als bisher angenommen.
Und sonst so? Eine Universität erfinden, um einen Preis zu gewinnen
Moderation und Produktion: Jannis Carmesin
Redaktion: Moses Fendel, Hannah Grünewald
Mitarbeit: Mira Schrems
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