Irans Militär hat jegliche neuen Angriffe auf die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) dementiert. Die Streitkräfte der Islamischen Republik hätten »in den vergangenen Tagen keine Raketen- oder Drohnenangriffe gegen die Vereinigten Arabischen Emirate ausgeführt«, teilte die Kommandozentrale der iranischen Armee mit. Zugleich warnte die iranische Führung im Fall von Angriffen auf iranische Inseln, Häfen und Küsten von emiratischem Staatsgebiet aus vor einer »entschlossenen Antwort«.
Die Emirate hatten am Dienstag trotz der seit dem 8. April geltenden Waffenruhe erneuten Beschuss aus dem Iran gemeldet. Demnach fing die Luftverteidigung den zweiten Tag in Folge aus dem Iran abgefeuerte Raketen und Drohnen ab.
Die VAE teilten mit, dass ihre Flugabwehr im Dauereinsatz sei. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Abu Dhabi bekämpften die Systeme aktiv »Bedrohungen durch Drohnen und Raketen«, die direkt aus dem Iran abgefeuert worden seien. Am Montag war bei einem laut emiratischen Behörden vom Iran ausgehenden Drohnenangriff bereits eine Ölanlage im Emirat Fudschaira beschädigt worden.
Die VAE als »Feind der islamischen Welt«
Der Bericht des Verteidigungsministeriums der Emirate werde »kategorisch zurückgewiesen«, teilte die iranische Kommandozentrale mit. Dieser sei »völlig unbegründet«. »Wäre ein solcher Angriff erfolgt, hätten wir dies unmissverständlich und klar verkündet«, hieß es.
Gleichzeitig drohte ein Militärsprecher den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der Golfstaat sei zu einem »Stützpunkt der Amerikaner und Zionisten« und zum »Feind der islamischen Welt« geworden. Sollten von seinem Boden aus Angriffe gegen den Iran erfolgen, würden die Angreifer dies bereuen.
Widersprüche um das Dementi
Das Dementi der Militärführung steht im Gegensatz zu einem Bericht des staatlichen iranischen Rundfunks von Montagabend. Dieser hatte einen anonymen Militärvertreter mit der Aussage zitiert, dass die Angriffe auf Ölanlagen in den Emiraten eine Reaktion auf die »illegale Passage von Schiffen durch verbotene Routen der Straße von Hormus« gewesen seien.
Dagegen hatte ebenfalls am Montag das iranische Staatsfernsehen unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten hochrangigen Beamten berichtet, das Land habe »keine Pläne, die Emirate anzugreifen«. Zuvor hatte Abu Dhabi den Abschuss von vier iranischen Marschflugkörpern auf die Vereinigten Arabischen Emirate bekannt gegeben. Die Regierung der Emirate bezeichnete die Angriffe als »gefährliche Eskalation«.
Die Emirate wurden am Golf seit Kriegsbeginn am stärksten getroffen
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) gehören zu den engsten Verbündeten der USA in der Golfregion. Zudem unterhalten sie normalisierte Beziehungen zu Israel. Nach dem US-israelischen Angriff auf den Iran am 28. Februar waren die VAE am stärksten von iranischen Angriffen betroffen. Irans Angriffe mit Raketen und Drohnen zielten nicht nur auf Einrichtungen mit Verbindungen zu den USA, sondern auch auf zivile Infrastruktur, Energieanlagen und Wahrzeichen. US-Präsident Donald Trump hatte die Feuerpause zuletzt einseitig auf unbestimmte Zeit verlängert.
Die Vereinigten Arabischen Emirate liegen südlich des Irans an der gegenüberliegenden Küste des Persischen Golfs. Dazwischen verläuft unter anderem die Straße von Hormus.
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