Ein Querschläger von Frankfurts Linksverteidigerin Nina Lührßen, drei schnelle Haken in den Strafraum und schon war der Spielstand wieder ausgeglichen: Meret Günster konnte für den 1. FC Nürnberg unbedrängt zum 1:1 abschließen. Es würde doch nicht abermals laufen wie in der Hinrunde, als die Fußballerinnen von Eintracht Frankfurt in Nürnberg überraschend 3:5 verloren hatten?
Mit einem 4:1 gegen die abstiegsbedrohten Nürnbergerinnen haben sie sich den sechsten Heimsieg nacheinander erarbeitet. Stürmerin Nicole Anyomi hatte nach Vorarbeit von Rebecka Blomqvist in der 10. Minute zur Führung getroffen, ehe Günster aus dem Nichts der Ausgleich gelang (25.). Doch vor der Pause war es wieder Anyomi, die aus kurzer Distanz ihr 13. Saisontor erzielte (39.).
Nach dem Seitenwechsel hatte Frankfurt zunächst Glück, dass Leia Varley eine gute Chance zum Ausgleich vergab (69.). In der Schlussphase scheiterte Emőke Pápai an Frankfurts Torhüterin Lina Altenburg (80.). Die eingewechselten Laura Freigang (89.) und Hayley Raso (90.+4) sorgten schließlich für den 4:1-Endstand – und dafür, dass die Eintracht-Frauen die Saison wohl zu einem versöhnlichen Ende bringen.
„Wir sind während der Saison erwachsener geworden“
„Wir sind während der Saison erwachsener geworden“, sagte die Linksverteidigerin. Sie hätten gelernt, konzentriert zu bleiben, hinten nichts zuzulassen und vorne Tore nachzulegen. Wenn man sich die Hinrunde so anschaue, meinte Lührßen, habe es einige Spiele gegeben, die die Eintracht-Frauen nach solch einer Phase vermutlich verloren hätten.
Nach einer verkorksten Hinrunde scheint es, als könnten die Eintracht-Frauen zumindest eines ihrer angepeilten Ziele noch erreichen. Vor der Saison hatte Sportvorstand Markus Krösche ausgegeben, die Ligaphase in der Champions League und das Finale im DFB-Pokal zu erreichen sowie in der Bundesliga unter die besten drei Teams zu kommen.
International reichte es für das Halbfinale des neuen „Women’s Europa Cup“, nachdem man in der ersten Runde der Champions League an Real Madrid gescheitert war. National war nach einer knappen 0:1-Niederlage beim VfL Wolfsburg bereits im Viertelfinale des DFB-Pokals Schluss.
Trainer Niko Arnautis richtete ein „Kompliment an die Mannschaft“, dass sie sich diese Ausgangssituation erspielt und auch verdient habe. Nun gehe es in den verbleibenden Spielen beim FC Bayern und gegen Union Berlin darum, „alles reinzulegen, damit wir es auch zu Ende bringen“.
In der Tabelle steht Frankfurt mit 48 Punkten auf dem dritten Platz hinter München (67) und Wolfsburg (52), der die abermalige Qualifikation für die Champions League mit sich bringen würde. Der Vorsprung auf Bayer Leverkusen, das ebenfalls noch Chancen auf den europäischen Wettbewerb hat, beträgt zwei Spieltage vor Schluss fünf Punkte. Die TSG Hoffenheim könnte am Mittwoch mit einem Sieg beim FC Bayern aber noch auf vier Punkte herankommen.
