Der Mann, von dem manche sagen, er
sei eine Gefahr für die Demokratie in Frankreich, pilgert regelmäßig nach
Lourdes. In den kleinen Wallfahrtsort am Fuße der Pyrenäen, zur Grotte von
Massabielle, wo einem jungen Mädchen vor sehr langer Zeit die Mutter Gottes
erschienen sein soll. Sein Glaube sei »etwas kindlich«, hat Vincent Bolloré
über sich selbst gesagt. In seinem Pariser Büro steht eine Marienstatue, in seinem
Portemonnaie verwahrt er kleine Heiligenbilder.

Man könnte den 74-jährigen
Unternehmer somit leicht für einen einfältigen Frömmler halten. Selbst die
katholische Tageszeitung La Croix findet, Bollorés Katholizismus sei
»ein bisschen retro«. Doch der Frömmler hat in Frankreich einen Kulturkampf
entfacht, wie ihn das Land schon lange nicht mehr erlebt hat.