
Gewinn der Autosparte von Mercedes geht um fast 50 Prozent zurück
Auch wenn Finanzchef Harald Wilhelm auf die „starke Nachfrage“ und die „gut gefüllten Auftragsbücher“ als Grundlage für einen möglichen Aufschwung im zweiten Halbjahr verweist, sind die Ergebnisse von Mercedes im ersten Quartal 2026 ernüchternd. Der bereinigte operative Gewinn (Ebit) der Automobilsparte ging in den ersten drei Monaten im Vergleich zum Vorjahresquartal um 47,2 Prozent zurück auf 933 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Mittwochmorgen mitteilte. Bei einem Umsatz von rund 23 Milliarden Euro (minus 5,3 Prozent) entspricht das einer operativen Umsatzrendite von 4,1 Prozent.
Mercedes-Chef Ola Källenius hatte das Jahr 2026 wiederholt als Umbruchsjahr bezeichnet, bevor die vielfach von ihm angekündigte Modelloffensive zu einer Wende führen soll. Doch weil die neuen Modelle noch nicht im Markt angekommen sind, sinken die Renditen weiter. Im ersten Quartal hat der Dax-Konzern weniger als 420.000 Autos an Händler ausgeliefert. Das ist ein Rückgang von sechs Prozent zum ohnehin schwachen Vorjahresquartal. Vor allem in China verlieren die Schwaben weiter deutlich: Im größten Automarkt der Welt sank der Absatz um 27 Prozent.
In China führt das Unternehmen den zurückgehenden Gewinn weiter auf den intensiven Wettbewerb und eine verhaltene Nachfrage des Marktes zurück. Große Hoffnungen setzt Mercedes in der Volksrepublik auf die auf der Messe Auto China 2026 gerade vorgestellte Langversion des vollelektrischen GLC. Das Modell sei Teil einer neuen Generation China-spezifischer Fahrzeuge, weitere Modelle sollen in der zweiten Jahreshälfte folgen.
Trotz der Ergebnisse sieht Finanzchef Wilhelm das Unternehmen auf Kurs, die operative Umsatzrendite von 4,1 Prozent liegt im erwarteten Korridor zwischen drei und fünf Prozent. „Die Ergebnisse des ersten Quartals bestätigen, dass wir auf Kurs sind, unsere Jahresprognose zu erreichen“, sagte Wilhelm. „Die starke Nachfrage nach unseren neuen Produkten und die gut gefüllten Auftragsbücher bilden eine solide Grundlage für mehr Dynamik im zweiten Halbjahr. Unser Fokus bleibt unverändert auf einer disziplinierten Umsetzung.“
