Ob Kinder auf Beerdigungen stören können und welche Formulierungen Eltern vermeiden sollten, wenn sie mit ihren Kindern über den Tod sprechen, erklärt der Entwicklungspsychologe Moritz Daum in dieser Folge unserer Serie »Familienrat«.
DIE ZEIT: Wenn jemand stirbt, der für das Kind wichtig war – etwa Oma oder Opa – fragen sich viele Eltern, ob sie ihr Kind zur Beerdigung mitnehmen sollen.
Moritz Daum: Ja, das sollten sie. Eltern sollten ihre Kinder aber auf den Tag vorbereiten und ihnen nicht erst am Tag der Beerdigung erklären, was da eigentlich passiert. Wenn ein Kind unvorbereitet zu einer Beerdigung kommt, kann es völlig überrascht sein – plötzlich sind da viele schwarz gekleidete, weinende Menschen. Das kann verstörend sein für ein Kind. Und im schlimmsten Fall denkt ein jüngeres Kind sogar, es sei irgendwie verantwortlich dafür, dass alle traurig sind. Das muss nicht häufig vorkommen, aber es zeigt, warum Vorbereitung wichtig ist.
