Es sollte um Mut gehen, um Zivilcourage und Selbstvertrauen. Zwei junge Frauen hatten sich der Deutsch-Sorbischen Oberschule in Schleife als Theaterpädagoginnen angeboten, eine für Mitte März geplante Projektwoche zu leiten, kostenfrei. Der Schulleiter prüfte das Angebot, ließ sich Führungszeugnisse der beiden Frauen zukommen, das Projekt vom Schulamt genehmigen, das Sekretariat organisierte für sie im Ort eine Unterkunft.
»Vom Aussehen her waren sie schon speziell«, sagt Schulleiter Jan Rehor rückblickend über den Moment, als er die zwei Frauen am Schultor begrüßte – mit Mütze, farbigen Haarsträhnen, Sidecut, an der Tarnfleckhose der einen baumelte ein metallener Stern. Sie hätten sich den Schülern der 9. Klasse als Paula und Alma vorgestellt, seien korrekt und freundlich aufgetreten. Aber: »Man sah, sie kommen aus der Großstadt.«
