Der
Roast ist eine sehr amerikanische Form der Festrede. Es geht darum, dass ein
Mensch einen anderen mit einer vergifteten Lobrede preist, ihn mit Spott und
Hohn überzieht, also »röstet« – und dabei doch unterschwellig seinen Respekt vor dem
Verspotteten durchblicken lässt. Der Roast ist ein wesentliches Element des alljährlich
stattfindenden White House Correspondents’ Dinners, zu dem der Verband der
Journalisten einlädt, die aus dem Weißen Haus berichten. Auf der Gästeliste
steht immer auch der amtierende US-Präsident, er übernimmt dann jeweils die
Rolle des Rösters. Doch der aktuelle Präsident ist in seiner ersten wie in seiner
zweiten Amtszeit der Einladung bislang nicht gefolgt.
