Die kenianische Germanistin und Soziologin Auma Obama warnt vor einem zu schnellen Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). «Ich sage, dass es zu schnell geht, weil letztendlich viele Leute nicht mal verstehen, was diese Technologie ist», sagte sie auf der Hannover Messe. Viele Menschen kämen bei der Entwicklung kaum hinterher.
Die Halbschwester des früheren US-Präsidenten Barack Obama rief dazu auf, den Einsatz von KI stärker zu hinterfragen. «Was ist für uns gut? Ist es gut, innovativ zu sein? Aber nützt es uns was? Und was kommt am Ende dabei raus?» Sie sei nicht grundsätzlich dagegen, betonte Obama, doch Entwicklung und Einsatz sollten mit Bedacht erfolgen.
Barack Obama meldet sich aus der Ferne
Zugleich verwies sie auf globale Zusammenhänge. Ein Teil der Arbeit hinter digitalen Anwendungen, etwa das Filtern von Inhalten, werde von Menschen im Globalen Süden geleistet. Diese Perspektive werde in der Debatte oft ausgeblendet. Dabei sei nicht nur Regulierung wichtig, sondern auch persönliche Verantwortung. Es sei kein «Open Playfield», also kein offenes Spielfeld, sagte Obama. «Man ist nicht irgendwo im Wilden und kann machen, was man will.»
Auch der frühere US-Präsident Barack Obama meldete sich per vorab aufgezeichneter Videobotschaft zu Wort. Zehn Jahre nach seinem Besuch auf der Hannover Messe mit der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte er die großen Chancen von KI etwa für Medizin und Industrie. Zugleich verwies er auf Risiken, etwa für Arbeitsplätze und die Sicherheit. Wichtig sei, dass der entstehende Wohlstand möglichst vielen zugutekomme.
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