
Bei Lampertheim im hessischen Ried ist am 7. April ein mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infizierter Frischling gefunden worden, wie der Landkreis Bergstraße mitteilt. Er ist eines von mehr als 1135 Tieren, die bisher an der Bergstraße positiv auf ASP getestet wurden. Ende Juli 2024 trat dort der erste Seuchenfall auf. Dank der konsequenten Bejagung der Wildschweine und des Baus zahlreicher Zäune, die ein Ausbreiten der Seuche verhindern sollen, gingen die Fallzahlen in den vergangenen Monaten zurück.
Jetzt führt der neue Fund wieder zu Aufregung. Der zuständige Dezernent Matthias Schimpf (Die Grünen) bittet die Jäger, die Wildschweine weiterhin konsequent zu bejagen, um deren Bestand gegen null zu bringen. In den vergangenen Wochen war die Wildschweinpopulation nämlich wieder angestiegen.
Für die weitere Ausbreitung könnte aber vor allem mutwillige Zerstörung verantwortlich sein, wie Schimpf sagt. Vor allem im Ried würden die Schutzzäune ständig zerstört. Damit haben die Wildschweine freie Bahn, um in bisher nicht infizierte Gebiete zu gelangen. Dieser zunehmende Vandalismus sei nicht nachvollziehbar.
Offenbar lassen Waldbesucher aber auch die Tore in den Zäunen offen, wenn sie diese passiert haben. Auch das ebnet den Wildschweinen den Weg in bisher nicht abgesperrte Teile. Schimpf bitte deshalb alle Waldbesucher, nicht nur die Tore der Schutzzäune konsequent zu schließen, sondern Zaunschäden sofort zu melden.
Das Friedrich-Loeffler-Institut hatte 2024 zu Beginn der Seuche in Südhessen auf eine kritische Phase hingewiesen. Wegen der zurückgehenden Population und der sinkenden Fallzahl könne der Eindruck entstehen, ASP sei überwunden. Tatsächlich breite sich die Seuche derzeit aber wieder aus.
