Wir leben in Zeiten, die uns einiges Kopfzerbrechen bereiten. Deshalb fragen wir in dieser Serie, was interessante Köpfe gegenwärtig bedenkenswert finden. Heute antwortet die Philosophin Eva von Redecker.
DIE ZEIT: Eva von Redecker,
worüber denken Sie gerade nach?
Eva von Redecker: Ich denke
gerade über Energie nach. Denn mir scheint, dass wir immer noch unterschätzen,
wie wichtig das Thema für rechtsextreme Politik ist. Man sieht es schon daran,
wie notorisch Alice Weidel und Elon Musk sich über Kohle- oder Kernkraftwerke
auslassen. Donald Trump hatte zu Beginn seiner zweiten Amtszeit wiederum direkt
einen »nationalen Energienotstand« ausgerufen. Wir erleben derzeit nicht nur
eine Fortsetzung des fossilen Zeitalters, sondern dessen nachdrückliche
Ausweitung. Und obschon Leute damit natürlich auch Geld verdienen, ist diese
Ausweitung nicht primär wirtschaftlich getrieben. Der Kapitalismus könnte
relativ problemlos auf regenerative Energien umstellen. Doch die Energiewende
wird derzeit mitunter sogar triumphal rückabgewickelt.
