Bei den Friedensverhandlungen zwischen dem Iran und den USA bestehen nach iranischen Angaben weiter große Differenzen. Nach den Worten von Vizeaußenminister Said Chatibsadeh ist der Iran noch nicht zu einer neuen Runde direkter Verhandlungen mit den USA bereit, weil die US-Regierung sich weigere, von Maximalforderungen in zentralen Streitfragen abzurücken. Chatibsadeh nannte »illegale einseitige Sanktionen« sowie »wirtschaftlichen Terrorismus«. Zudem erklärte er, der Iran werde sein angereichertes Uran nicht – wie von Trump angekündigt – an die USA übergeben.
Man habe zwar Fortschritte erzielt, doch gebe es weiterhin eine erhebliche Kluft zwischen den beiden Staaten, sagte Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf in einem Interview der staatlichen Nachrichtenagentur Tasnim. Man sei noch »weit von einer endgültigen Einigung entfernt.« Der Iran kontrolliert laut Ghalibaf den gesamten Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus. Kurz zuvor hatte der Iran die angekündigte Öffnung der für den globalen Ölmarkt wichtigen Meerenge wieder rückgängig gemacht und geht seither dort militärisch gegen Schiffe vor. Die Entscheidung der USA, eine Blockade zu verhängen, sei töricht und ignorant gewesen, sagte Ghalibaf.
Iran droht weiter mit Angriffen auf Schiffe in der Straße von Hormus
Die iranische Revolutionsgarde hat mit Angriffen auf alle Schiffe gedroht, die die Straße von Hormus zu durchfahren versuchen. Jeder Versuch, sich der Straße von Hormus zu nähern, werde als Kooperation mit dem Feind betrachtet werden, teilte die Revolutionsgarde mit. Die Revolutionsgarde warnte alle Schiffe »jeglicher Art« davor, ihre Ankerplätze im Persischen Golf und dem Golf vom Oman nicht zu verlassen. Dies sind die beiden Meeresgebiete, die durch die Straße von Hormus verbunden werden.
Guterres fordert Stopp von Angriffen auf UN-Blauhelme im Libanon
Trotz Waffenruhe zwischen der Hisbollah und Israel wird im Libanon weiter geschossen. Nach dem Tod eines französischen Soldaten der UN-Mission Unifil im Libanon drängt UN-Generalsekretär António Guterres auf ein Ende der Angriffe auf Blauhelmsoldaten. Solche Angriffe stellten schwerwiegende Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht dar und könnten Kriegsverbrechen gleichkommen, sagte er laut seinem Sprecher Stéphane Dujarric. Unifil teile Frankreichs Einschätzung, dass die Hisbollah für den Tod des Soldaten verantwortlich sei. Es sei der dritte Vorfall in den vergangenen Wochen, der zum Tod von bei der Unifil dienenden Blauhelmen geführt habe.
Hisbollah bleibt laut Milizchef trotz Waffenruhe einsatzbereit
Erstmals hat sich der Chef der Hisbollah-Miliz zur Waffenruhe im Libanon geäußert. Naim Kassim sieht die zwischen Israel und dem Libanon vereinbarte Feuerpause als Erfolg seiner Miliz an. Sie wäre nicht ohne den Kampf der Miliz im Südlibanon erreicht worden, sagte Kassim laut einer Mitteilung. Da man dem Feind aber nicht traue, würden die Kämpfer mit den Händen am Abzug im Einsatz bleiben und auf Verstöße entsprechend reagieren, hieß es. Kassim zufolge sei die Hisbollah »vollständig bereit zur Zusammenarbeit mit den libanesischen Behörden in einem neuen Kapitel, das auf der Verwirklichung der libanesischen Souveränität beruht«.
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