
Nach dem Unglück in einer Lederfabrik und Pelzgerberei im mittelhessischen Runkel hat sich Innenminister Roman Poseck betroffen gezeigt. „Ich habe in meiner Amtszeit noch kein Ereignis mit drei Toten erlebt, das macht diese Situation ganz besonders traurig“, sagte der CDU-Politiker am Abend am Unglücksort in Runkel.
Poseck sprach von einer „schrecklichen Tragöde“. Das Ereignis habe das Land Hessen erschüttert. Auch für die Rettungskräfte sei das ein „sehr herausfordernder Einsatz mit einer ungewissen Situation“. Im Moment gingen die Behörden davon aus, dass es in der Grube der Gerberei zu einer Kohlenmonoxidvergiftung gekommen sei, die zum Tod der Arbeiter geführt habe.
„Natürlich ist ein solcher Einsatz auch für die Feuerwehr mit Gefahren verbunden“, betonte Poseck. Glücklicherweise sei es aber nicht zu Schäden bei den Einsatzkräften gekommen. Innerhalb kürzester Zeit sei eine Schleuse zur Dekontamination aufgebaut worden.
„Dieser Einsatz hat eine Dimension, die weit über Limburg und den Landkreis Limburg-Weilburg hinausreicht“, resümiert der Innenminister.
Betrieb arbeitet mit verschiedenen Chemikalien
Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht, sagte der Pressesprecher der Gefahrenabwehr des Landkreises Limburg-Weilburg der Deutschen Presse-Agentur. Es seien keine giftigen Stoffe aus der Grube ausgetreten. Die Toten und Verletzten seien am späten Nachmittag aus einer Auffangklärgrube der Gerberei geborgen worden. Sie waren von einem Mitarbeiter der Firma gefunden worden. Mit welchen Chemikalien sie genau in Berührung gekommen seien, müsse noch ermittelt werden.
Da in dem betroffenen Betrieb mit verschiedenen Chemikalien gearbeitet werde, würden die Einsatzkräfte, die unmittelbar mit den verletzten Personen in Kontakt standen, dekontaminiert und vorsorglich einem Arzt vorgestellt. Davon sind nach derzeitigem Stand etwa 45 bis 50 Einsatzkräfte betroffen. „Natürlich ist ein solcher Einsatz auch für die Feuerwehr mit Gefahren verbunden“, betonte Poseck. Glücklicherweise sei es aber nicht zu Schäden bei den Einsatzkräften gekommen.
