Trotz des beendeten Pilotenstreiks müssen Passagiere der Lufthansa auch an diesem Mittwoch mit Flugausfällen rechnen. Der zweitägige Pilotenstreik der Vereinigung Cockpit (VC) ist zwar seit Dienstag vorbei, seit Mitternacht befinden sich nun jedoch die etwa 20.000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter der Lufthansa und ihrer Regionaltochter Cityline im Ausstand.
Zu dem Streik des fliegenden Personals
bis einschließlich Donnerstag rief die Kabinengewerkschaft Ufo auf. Sie will in dem Tarifkonflikt bessere Arbeitsbedingungen im
Manteltarif erreichen. Vor allem an den Drehkreuzen Frankfurt am Main und
München müssen Passagiere erneut damit rechnen, dass hunderte Flüge ausfallen. Bestreikt werden Ufo zufolge außerdem alle Abflüge der Lufthansa-Tochter Cityline von Frankfurt am Main,
München, Hamburg, Bremen, Stuttgart, Köln, Düsseldorf, Berlin und
Hannover.
Weiterer Pilotenstreik
Grund für den Streik der Flugbegleiter ist nach
Gewerkschaftsangaben ein bislang unzureichendes Entgegenkommen der
Arbeitgeberseite im Ringen um einen neuen Manteltarifvertrag. Bei den Pilotinnen und Piloten wird vor allem über die betriebliche Altersversorgung und die Vergütung bei der Regionaltochter
Cityline gestritten.
Die Pilotengewerkschaft VC bereitet deshalb bereits ihren zweiten Streit in dieser Woche bei der Lufthansa vor: So soll ein Ausstand am Donnerstag und Freitag die Lufthansa,
die Frachtgesellschaft Cargo AG und die Regionalgesellschaft Cityline
treffen. Ausgenommen sind den VC-Angaben zufolge Flüge nach Aserbaidschan,
Ägypten, Bahrain, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait,
Libanon, Oman, Saudi-Arabien und in die Vereinigten Arabischen Emirate.
Auch der Ferienflieger Eurowings soll am Donnerstag bestreikt
werden. Zugleich schlägt VC ein Schlichtungsverfahren vor, um den
Tarifkonflikt zu lösen. Die Lufthansa erklärte sich dazu grundsätzlich bereit.
Festakt mit Kanzler geplant
Die Streiks überschatten den Festakt zu »100 Jahre Lufthansa«, ein Höhepunkt im Jubiläumsjahr der Linie. In das neue Besucherzentrum »Hangar One« in Frankfurt am Main sind unter anderen Bundeskanzler
Friedrich Merz und Verkehrsminister Patrick Schnieder (beide CDU)
geladen.
Ufo rief zu einer Protestkundgebung auf, um
nach eigenen Angaben ein Zeichen gegen die »Politik der harten Hand« im
Unternehmen zu setzen. Auch die Pilotengewerkschaft forderte ihre
Mitglieder auf, an der Kundgebung teilzunehmen.
