Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 15/2026.
Am 28. Mai 2025 um 15.24 Uhr geschah das Schlimmste, was Matthias Bellwald sich vorstellen konnte. Ein gigantischer Bergsturz löste sich vom Kleinen Nesthorn, Millionen Kubikmeter Eis und Geröll donnerten ins Tal. Eine Stunde später stieg Bellwald in einen Helikopter der Air Zermatt, um zu sehen, was von seiner Heimat übrig geblieben war. Bellwald ist Gemeindepräsident des Alpendorfs Blatten. Das war fast komplett verschwunden; nicht einmal der Kirchturm ragte aus den meterhohen Schuttmassen. Bellwald sah aber auch die unversehrten Häuser am Dorfrand. Und die höher gelegenen Häuser neben den Alpweiden: noch da. So erinnert er sich: “Da war für mich sofort klar: Es ist nicht alles verloren.”
