
Das Siegtor in der Partie, die in der zweiten Halbzeit von einem medizinischen Notfall auf der Tribüne überschattet wurde, erzielte Leverkusens Kapitän Robert Andrich (42. Minute) mit einem Fernschuss.
Dritte Saisonniederlage für Borussia Dortmund
Für den BVB war es überhaupt erst die dritte Niederlage in dieser Liga-Spielzeit – die anderen beiden hatte die Elf von Trainer Niko Kovač jeweils gegen Tabellenführer FC Bayern München hinnehmen müssen. Leverkusen darf nach dem Coup in Dortmund wieder auf die Champions-League-Ränge hoffen und bleibt am VfB Stuttgart und RB Leipzig dran.
„Es ist ganz wichtig, dass Nico das Zeichen gesetzt hat, dass er hier sein möchte. Wir haben ein starkes Vertrauensverhältnis, hatten gute Gespräche. Ich bin ganz sicher, dass Nico ganz lange bei uns bleiben möchte“, sagte der neue BVB-Sportdirektor Ole Book bei Sky. Von den Fans wurde Schlotterbeck nach dem Geduldsspiel am Samstag mit Pfiffen bedacht.
Ob dieser nach der Verlängerung wirklich in Dortmund bleibt, ist offen. Denn der neue Vertrag soll eine Ausstiegsklausel schon für diesen Sommer beinhalten. Im Liga-Topspiel gegen Leverkusen führte Schlotterbeck als zentrales Glied wie üblich die Dreierkette der Borussia an. Viel zu tun hatte er in der Anfangsphase nicht.
Kovač stellt seine Joker von Stuttgart in die Startelf
Denn in der ersten halben Stunde prägte der BVB das Spiel. Trainer Kovač nahm die beim späten 2:0 in Stuttgart starken Joker Julian Brandt und Fabio Silva in die erste Elf und erhoffte sich davon einen schwungvollen Auftritt vor 81.365 Zuschauern.
Doch gegen abwartende Gäste tat sich Dortmund schwer. Die beste Chance hatte Außenverteidiger Daniel Svensson (17.), der nach einer durchgerutschten Flanke frei zum Abschluss kam und ins lange Eck schoss. Dort stand allerdings Loïc Badé auf der Linie und verhinderte per Kopf die sichere Führung der Gastgeber.
Nach rund einer halben Stunde wurde Leverkusen etwas offensiver. Die ersten Schussversuche von Ibrahim Maza (31.) und Christian Kofane (32.), der abermals den Vorzug vor Patrik Schick erhielt, waren noch harmlos.
Das galt nicht für den Schuss von Kapitän Andrich. Nach einem verheerenden Abspielfehler von Ramy Bensebaini schloss der Nationalspieler aus knapp 25 Metern ab und verwandelte trocken ins linke Toreck. „Das war der einzige Fehler, den wir bisher gemacht haben“, sagte Ko-Trainer Robert Kovač über den unerwarteten Schlusspunkt kurz vor dem Pausenpfiff.
Die zweite Halbzeit begann mit einem Kuriosum: Das Schiedsrichter-Team um Deniz Aytekin musste ein kleines Loch im Tornetz reparieren. Nachdem das Problem mit schwarzem Klebeband behoben wurde, ging es auf dem Rasen weiter.
Doch auf den Rängen blieb es nach einem Zwischenfall ruhig. „Aufgrund einer Reanimation im Stadion, die nun im Krankenwagen Richtung Krankenhaus fortgeführt wird, gibt es hier aktuell keinen organisierten Support von beiden Fanlagern“, teilte der BVB via X mit.
Kovač wechselte nach und nach neue Offensivspieler ein, doch wirklich Schwung kam im stillen Stadion nicht in die Partie. Auf der Gegenseite hätte Joker Schick für die Vorentscheidung sorgen können, scheiterte aber an Gregor Kobel. Ein Lattenschuss vom sonst unauffälligen Serhou Guirassy war noch die beste Chance eines ansonsten ideenlosen BVB.
