
Nach den Ausschreitungen durch sogenannte Ultrafußballfans am vergangenen Wochenende in Dresden ist mal wieder davon die Rede, dass die Vereine in der Verantwortung stünden. Stadionverbote müssten konsequenter durchgesetzt, Auflagen klarer kommuniziert werden.
Das greift viel zu kurz. Denn gleichzeitig ist wieder Beschwichtigendes zu hören: Das seien gar keine echten Fußballfans, die „Fankultur“ sei bedroht und müsse vor Missbrauch geschützt werden. Unter diesem Begriff wird nach wie vor einem durchsetzungswilligen und auffälligen, aber keineswegs überwiegenden Teil der Zuschauer eine Macht zugebilligt, die ihm nicht zukommen darf.
Wenn es darum geht, behördliche Auflagen durchzusetzen, gibt es keinen Rabatt. Das gilt nicht zuletzt für Pyrotechnik, die auch jetzt bei den Dresdner Krawallen eine Rolle spielte. Deren Einsatz ist nicht Folklore, sondern massive Gesundheitsgefährdung. Darum ist er auch verboten. Dennoch gehören die Brandlichter und Rauchwolken zum Alltag in den Arenen. Seltsam, seltsam – wie kommt so viel Feuerwerk trotz Kontrollen ins Stadion?
Die Vereine für die Kosten von Polizeieinsätzen zur Kasse zu bitten, ist nicht falsch. Darüber hinaus sollte man aber die Entscheidung, wie auf Pyrotechnik zu reagieren ist, Vereinen und Verbänden abnehmen durch die Auflage: Wenn es brennt, ist das Spiel vorbei.
