Der auf einer Sandbank vor der Insel Poel gestrandete Buckelwal kann nach Einschätzung von Experten nicht gerettet werden. Die Gutachter bestätigten damit ihre Einschätzung von vergangener Woche, wonach der Wal zu schwer verletzt ist, als dass ein Abtransport des Tieres ins offene Meer möglich wäre.
Das Tier erscheine “vermehrt geschwächt”, teilten die Experten bei einer Pressekonferenz in Poel mit. Die bereits vor einer Woche festgestellten Hautverletzungen hätten sich verschlechtert. Es sei “davon auszugehen, dass es zu Organschäden gekommen ist”, teilten sie mit. Ein Abtransport würde ein “erhöhtes Leiden für das Tier verursachen”, an dem davon ausgelösten Stress könnte der Wal sogar sterben.
Damit sich der Wahl aus eigener Kraft freischwimmen könnte, müsste der Wasserstand den Erkenntnissen zufolge von aktuell 1,40 Metern um weitere 60 Zentimeter steigen. Für die kommenden vier Tage wird Prognosen zufolge jedoch ein leichtes Herabsinken des Standes erwartet.
Auch “Sterbehilfe ist nicht möglich”, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) in Poel. Es seien mehrere Optionen geprüft worden, wie das Tier getötet werden könnte, um sein Leid zu beenden. Alle seien als ausgeschlossen bewertet worden.
Wal viermal in Folge gestrandet
Der etwa zwölf bis 15 Meter lange und mehr als zwölf Tonnen schwere Buckelwal irrt seit rund vier Wochen durch die Ostsee. Vor zwei Wochen war der Wal zunächst vor der
schleswig-holsteinischen Küste auf einer Sandbank gestrandet. Nachdem er
dort mit Baggern wieder befreit wurde, schwamm er in die Wismarer Bucht
und steckte dort dann erneut fest.
Vor einer Woche hatte sich das
zunehmend geschwächte und wohl auch kranke Tier nochmals aus eigener
Kraft vom Meeresgrund gelöst und war für einige Stunden verschwunden, dann aber auf einer Sandbank in der Wismarer Bucht gestrandet, von wo aus er sich nicht mehr aus eigener Kraft befreien kann.
Insbesondere wegen des geringeren Salzgehalts im Wasser der Ostsee kann
der Meeressäuger dort nicht überlegen. Bereits am Donnerstag hatten die
Behörden mitgeteilt, es gebe keine Hoffnung mehr für das Tier, es werde
voraussichtlich vor der Insel Poel sterben.
