
Rund 1400 Menschen sind nach Angaben der Polizei am Montagmittag zur zentralen Abschlusskundgebung der hessischen Ostermärsche in Frankfurt zusammengekommen. Die Organisatoren sprachen sogar von rund 5000 Personen, die für Frieden in der Ukraine, im Iran, im Sudan, im Libanon, im Jemen, im Gazastreifen, kurz: für eine Welt ohne Kriege demonstriert hätten.
Auf Transparenten wurde Widerstand gegen den amerikanisch-israelischen „Imperialismus“, ein Nein zu jeglicher Wehrpflicht, „Peace, not war“ oder „Keine Macht für niemand“ gefordert, während sich Hochrufe auf die „internationale Solidarität“ mit „Viva Palästina“-Sprechchören mischten. Zahlreiche Demonstranten schwenkten Palästina-Fahnen, aber auch libanesische und iranische Flaggen wurden gezeigt.
„Ruin der Menschheit“
Einer der Friedensbewegten auf dem Frankfurter Römerberg sorgte für Aufsehen, weil er eine US-Fahne trug. Auf Nachfrage deutete er darauf hin, dass diese auf den Kopf gestellt sei, und dass das seine ganz persönliche Form der Kritik an der imperialistischen Politik von Donald Trump sei. Andere dehnten ihren Protest auf „Putin und die Mullahs“ aus, die ebenso wie der amerikanische Präsident den Weg in den „Ruin der Menschheit“ bereiteten.
Der Geschäftsführer der in Frankfurt ansässigen Hilfs- und Menschenrechtsorganisation Medico International, Tsafrir Cohen, verglich den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine mit dem Ersten Weltkrieg. Wie damals seien die Fronten festgefahren, Hunderttausende von Soldaten auf beiden Seiten stürben sinnlos. Eine militärische Lösung sei nicht in Sicht, der Konflikt sei vielmehr zu einem „ideologischen Schlachtfeld“ geworden, in dem westliche Staaten ihre eigene Kriegstüchtigkeit einübten.
„Genozid in Gaza“
Cohen sprach von einem „Genozid“ in Gaza. Der „israelische Vernichtungsfeldzug“ gegen die Palästinenser werde von der Bundesregierung durch Tatenlosigkeit und Waffenlieferungen aktiv unterstützt. Er schloss seine Rede mit einem Appell an alle jungen Menschen, die zu den Waffen gerufen würden, den Kriegsdienst zu verweigern.
Thilo Hartmann, der hessische Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sprach von der „wahnhaften Idee“ mancher Politiker, Deutschland kriegstüchtig zu machen. Aufrüstung verhindere keine Kriege, sondern fordere nur weitere Aufrüstung heraus. „Die Politik des Stärkeren darf nicht solonfähig werden.“ Statt in Waffen zu investieren, müsse der Staat mehr Geld für Soziales und Bildung bereitstellen. Letztlich biete nur eine „egalitäre Einkommens- und Vermögensverteilung“ die Grundlage für wahren sozialen Frieden.
