
Am Ostersonntag begab sich die Crew des Testflugs „Artemis II“ zum Mond auf Ostereiersuche. Die Astronautin Christina Koch hatte die Eier für ihre Kameraden – den Kommandanten Reid Wiseman, den Piloten Victor Glover und den kanadischen Astronauten Jeremy Hansen – in der nur knapp neun Kubikmeter großen Kabine der Orion-Raumkapsel versteckt. Es habe sich allerdings um dehydrierte Rühreier gehandelt, erklärte Koch der Bodenkontrolle. Die drei hätten sich trotzdem gefreut.
Zuvor waren Hansen die „Astronaut Wings“ verliehen worden. Denn für den Kanadier ist der Mondflug, zu dem Artemis II am 1. April gestartet war, die erste Reise ins Weltall. Ebenfalls am Sonntag wurde der Crew ein aufgezeichneter Gruß Charlie Dukes übermittelt, eines der sechs noch lebenden Astronauten des Apollo-Programms. Duke war im März 1971 mit Apollo-16 auf dem Mond gelandet. Außerdem freuten sich die vier aktuellen Mondfahrer darüber, dass ihre Toilette wieder funktioniert. Das Problem mit Vereisungen am Auslass des Urins ins All konnte behoben werden.
Später am Sonntag waren die vier Astronauten vor allem mit ihren Druckanzügen beschäftigt, die ihnen unter anderem im Fall eines Lecks das Überleben sichern sollen. Sie testeten, wie schnell sie die Anzüge in der engen Kabine anlegen können.
Am Morgen des Ostermontags schließlich erreichte das Raumschiff den Punkt, ab dem die Gravitation des Mondes die der Erde überwiegt. Der Beginn des sechsstündigen Vorbeiflugs am Mond steht dann Montagabend deutscher Zeit auf dem Programm. In der Nacht zu Dienstag wird die Orion-Kapsel den Punkt ihrer größten Entfernung von der Erde passieren: 406.841 Kilometer. So weit hat sich noch nie ein Mensch von seinem Heimatplaneten entfernt.
