Als die zwei Vietnamesinnen in Budapest aus dem Flugzeug stiegen,
dachten sie, sie würden von nun an in einem Nagelstudio oder Restaurant
arbeiten. Doch in den nächsten Stunden wurden sie durch Ungarn, die Slowakei
und Tschechien bis an die deutsche Grenze gefahren, mussten auf dem Weg ihre
Koffer in einem Graben ausleeren und kamen drei Tage später in der Straße der
Nationen 126 in Chemnitz an. In der Wohnung im Erdgeschoss, hinter der hellgelben
Fassade und den roten Vorhängen, zwischen den vergilbten Wänden und auf dem Laminatboden,
mussten die Frauen sich in den folgenden Tagen prostituieren. Als “Kim und Ina”
wurden sie von nun an Männern zur Prostitution angeboten. So haben Ermittler
der Staatsanwaltschaft Chemnitz den Fall rekonstruiert, der sich im Juli 2024
zugetragen hat.
