
Zugegeben: Die Weltlage bietet derzeit nicht gerade ideale Voraussetzungen, um sich für Mondflüge zu begeistern. Der Wunsch, Menschen auf den Mond zu schießen, ist immer noch vorhanden, aber die meisten denken dabei wohl nicht zuerst an Astronauten. Dennoch hätte die Mission Artemis 2 auch in Deutschland noch mehr Aufmerksamkeit verdient.
Horizont endet am Weißwurstäquator
Zu lange galt Technikbegeisterung als Spleen der Japaner und Chinesen. Dass diese Fähigkeit unabdingbar für jede führende Industrienation ist, war oft mehr Floskel als Überzeugung. Die Bedenkenträger gaben den Ton an: Die bemannte Raumfahrt sei viel zu teuer, der Nutzen stehe in keinem Verhältnis zu den Kosten.
Als die schwarz-rote Bundesregierung dem Namen des Forschungsministeriums das Wort „Raumfahrt“ hinzufügte, galt das als Wahlgeschenk der CSU an die bayerische Raumfahrtindustrie. Statt froh darüber zu sein, dass es deutsche Firmen gibt, die auch in der Musk-Liga des Weltraumgeschäfts ernst genommen werden, endete in diesem Fall der Horizont vieler Nichtbayern am Weißwurstäquator.
Zu Recht haben Raumfahrtministerin Dorothee Bär und der thüringische Ministerpräsident Mario Voigt auf den nicht unerheblichen europäischen und deutschen Beitrag zur amerikanischen Mission hingewiesen. Auf den Mond zu fliegen ist teuer, aber hinter dem Mond zu leben, wird auf Dauer noch viel teurer.
