Der SV Darmstadt 98 hat im Aufstiegskampf der zweiten Fußball-Bundesliga abermals gepatzt und den Sprung auf Platz eins verpasst. Das Team von Trainer Florian Kohfeldt verlor trotz Führung 1:2 (1:0) bei Arminia Bielefeld und ist seit drei Spielen sieglos. Bielefeld holte nach zuletzt fünf Partien ohne Sieg wichtige Punkte im Abstiegskampf.
Matej Maglica (6.) traf per Freistoß zur Führung für die Darmstädter, Semir Telalovic (47.) glich aus, ehe Jannik Rochelt (81.) das Team von Trainer Mitch Kniat zum Sieg schoss. Mit 50 Punkten bleibt 98 auf Platz vier hinter Schalke (52), Elversberg und Paderborn (je 51), die allesamt am Sonntag spielen. Bielefeld (31) springt vorerst auf Platz elf.
In Bielefeld erwischten die Gäste einen Start nach Maß, zu dem allerdings auch Arminias Torwart Jonas Kersken gehörig beitrug. Bei Maglicas Freistoß war Kersken zwar mit der Hand am Ball, lenkte diesen aber ins eigene Tor. Danach agierte Bielefeld, das nach zwei Spieltagen noch Tabellenführer gewesen war, zwar mindestens auf Augenhöhe, aber auch glücklos.
Das änderte sich gleich nach der Pause, als Telalovic mit einem strammen Kopfball zum verdienten 1:1 traf. Das vermeintliche 2:1 durch Monju Momuluh (50.) fand wegen Abseits keine Anerkennung, an Rochelts Abschluss aus elf Metern gab es dann aber nichts auszusetzen.
Fortuna Düsseldorf hat wieder große Abstiegssorgen. Die Rheinländer mussten am Karsamstag mit einem 0:3 (0:0) beim 1. FC Kaiserslautern ihre dritte Zweitliga-Niederlage in Serie hinnehmen, sie könnten der Abstiegszone am Sonntag bedrohlich nahekommen. Für Kaiserslautern besteht trotz der Tore von Jacob Rasmussen (62.), Semih Sahin (76.) und Daniel Hanslik (90.+6) nur noch in der Theorie eine Aufstiegschance.
Auf dem Betzenberg hatten beide Mannschaften erhebliche Probleme, ein geordnetes Offensivspiel aufzuziehen. Besonders die Fortuna brachte kaum gefährliche Pässe in Strafraumnähe – und dann war sie nach 21 Minuten in Unterzahl. Sima Suso hatte FCK-Stürmer Norman Bassette am Arm gehalten und so eine klare Torchance verhindert.
Markus Anfang, der für beide Mannschaften gespielt hat und vor den Düsseldorfern auch den FCK trainierte, nahm Christian Rasmussen vom Feld, um mit Jesper Daland die Abwehr aufzufüllen. Fortan war es ein Spiel auf ein Tor, aber vorerst ohne ganz große Lauterer Chancen. Maxwell Gyamfi (42.) hätte per Kopf nach einem Eckball treffen können.

Für die Lauterer blieb es nach der Halbzeitpause zäh, aus viel Ballbesitz und etlichen Pässen wurden zu wenige Torszenen. Naatan Skyttä sollte dies als Joker ändern, der Finne war von einer Länderspielreise nach Neuseeland noch geschwächt – dann machte jedoch Rasmussen per Kopf sein erstes Zweitligator. Das Spiel war damit entschieden, Sahin und Hanslik legten noch nach.
Im Osten hat der 1. FC Magdeburg im Tabellenkeller einen wichtigen Sieg gefeiert und den VfL Bochum tiefer in den Kampf um den Klassenverbleib gezogen. Im ersten Spiel unter dem neuen Sportdirektor Peer Jaekel gewannen die Elbestädter ihr Heimspiel gegen den Bundesliga-Absteiger mit 4:1 (2:0) und verließen einen direkten Abstiegsrang. Der Rückstand auf Bochum beträgt nur noch drei Punkte.
Lubambo Musonda (6. Minute) und Baris Atik (44.) sorgten vor der Pause für die hochverdiente Führung. Philipp Hofmann (56.) brachte die Gäste zurück ins Spiel, bevor Mateusz Zukowski (71./73.) für die Entscheidung sorgte. Für den FCM war es der erste Heimsieg seit November.
Die Gastgeber dominierten den ersten Durchgang und hatten fast 70 Prozent Ballbesitz. Bochum stand tief und hatte durch Farid Alfa-Ruprecht (28.) nur eine nennenswerte Torchance. Der FCM suchte die Lücken, ohne dabei zu großes Risiko einzugehen. Atiks Tor zum 2:0 war angesichts der Kräfteverhältnisse auf dem Platz überfällig. VfL-Coach Uwe Rösler verzweifelte an der Seitenlinie.
Nach Wiederanpfiff agierten die Bochumer deutlich mutiger und strahlten offensiv mehr Torgefahr aus. Nach dem Anschlusstreffer lag der Ausgleich in der Luft. Doch mit einem Doppelschlag entschied Magdeburgs Torjäger Zukowski das Spiel.
