
Roy Hodgson hat vieles geschafft in seinem Fußballtrainerleben. Wobei er total versagt, ist das Aufhören. 78 Jahre ist der Engländer inzwischen alt. 50 Berufsjahre bei 23 Klubs oder Nationalteams hat er auf dem Buckel, mit vollem Einsatz und ohne Lifestyle-Teilzeit, wie sie der Bundeskanzler hierzulande wittert.
Dass Hodgson vor zwei Jahren als Coach von Crystal Palace beim Training einen Schwächeanfall erlitt und erst nach einem Krankenhausaufenthalt wieder auf die Beine kam, hält ihn nicht davon ab, jetzt für Bristol City die Knochen hinzuhalten.
Sofern seine Kraft reicht, soll Hodgson beim zweitklassigen Championship-Klub bis Saisonende junge Männer, von denen manche seine Urenkel sein könnten, zu Großtaten auf dem Rasen inspirieren. Aufstiegsphantasien weckt die Bristoler Operation Uropa nicht gerade, ist aber erklärbar mit der Erkenntnis, wonach alte Liebe nicht rostet.
Trainer Hodgson und Bristol City waren schon einmal zusammen – vor exakt 43 Jahren und 344 Tagen, was länger ist, als viele Deutsche im Leben arbeiten. Für Rentenpolitiker mag einer mit Hodgsons Work-Work-Balance ein Traumtyp sein. Vielen anderen erscheint er als Abschreckgespenst.
