
Der hessische Wirtschaftsstaatssekretär Umut Sönmez (SPD) soll eine Mitarbeiterin sexuell belästigt haben. Nach Informationen des Hessischen Rundfunks (HR) läuft in dem Ministerium eine offizielle Untersuchung, die noch nicht abgeschlossen sei.
Die Mitarbeiterin wirft dem Dreiundvierzigjährigen vor, sie während einer Fastnachtsparty wiederholt angefasst und ihr ans Gesäß gefasst haben. Zuvor soll er sie zum Tanzen gedrängt und unangemessen eng mit ihr getanzt haben. Die Frau hat sich dem Bericht zufolge offiziell beschwert und fiel anschließend länger krankheitsbedingt aus.
Keine Stellungnahme des Wirtschaftsministeriums
Eine Stellungnahme des Ministeriums dazu lag am Karfreitag nicht vor. Ein Sprecher habe dem HR nach eigenen Angaben mitgeteilt, dass das Ministerium aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen nicht berechtigt sei, zu etwaigen Untersuchungen Stellung zu nehmen, die sich gegen Mitarbeiter des Hauses richteten, solange keine belastbaren Ergebnisse vorlägen. Deshalb könne man weder den angefragten Sachverhalt kommentieren noch bestätigen, ob eine entsprechende Untersuchung stattfinde.
Sönmez ist ein enger Vertrauter des Ministers Kaweh Mansoori (SPD). Die beiden kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit bei den Jusos. Vor diesem Hintergrund konzentrierte sich die Opposition am Karfreitag auf Mansoori. „Der Minister trägt als Spitze des Hauses die Verantwortung nicht nur für die inhaltliche Arbeit des Ministeriums, sondern auch für den Umgang von Führungskräften mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“, sagte die Fraktionsvorsitzende der FDP, Wiebke Knell.
Er werde am Ende daran gemessen, wie das Ministerium mit den Vorwürfen umgehe und welche Konsequenzen aus den internen Untersuchungen gezogen würden. „Es darf nicht sein, dass sich Frauen an ihrem Arbeitsplatz, gerade in einer staatlichen Institution, und bei Veranstaltungen ihres Arbeitgebers nicht sicher fühlen“, erklärt Knell.
Kaya Kinkel, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, meinte, dass Mansoori die Vorwürfe schnell aufklären müsse. „Sonst steht auch seine eigene Glaubwürdigkeit infrage.“ Die Rechte der Betroffenen gelte es zu schützen. Es müsse ein deutliches Signal geben, dass Übergriffe nicht toleriert werden, so Kinkel.
