Im Norden und Osten Afghanistans sowie im Westen Pakistans
hat sich ein Erdbeben ereignet. Mindestens acht Menschen seien dabei gestorben,
sagte ein Sprecher des Gouverneurs der afghanischen Hauptstadtregion Kabul. Die
Gesundheitsbehörden in Kabul und den Provinzen seien in Alarmbereitschaft
versetzt worden, sagte der Sprecher des afghanischen Gesundheitsministeriums,
Scharafat Saman.
Nach Angaben des Europäisch-Mediterranen Seismologischen
Zentrums (EMSC) und der US-Erdbebenwarte (USGS) lag das Epizentrum des Bebens
im Hindukusch-Gebirge, etwa 150 Kilometer östlich der afghanischen Stadt
Kundus. Die Experten gaben vorläufig eine Stärke von 5,8 für das Beben an.
Demnach ereignete es sich in einer Tiefe von mehr als 180 Kilometern.
Erschütterungen auch in Indien zu spüren
Die Erschütterungen waren in weiten Teilen Afghanistans und
Pakistans zu spüren. Die pakistanische Meteorologiebehörde meldete
Erschütterungen in und um die Hauptstadt Islamabad sowie in den Städten Peshawar, Chitral, Swat und
Shangla. Auch in der afghanischen Hauptstadt Kabul und der indischen Hauptstadt
Neu-Delhi sei es zu starken Erschütterungen gekommen, berichtete die
Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Augenzeugen.
Die betroffene Region gilt als seismisch sehr aktiv. Bei Erdbeben
in den vergangenen Jahren sind dort mehrere Tausend Menschen gestorben. Im
August vergangenen Jahres starben bei einem Beben der Stärke 6,0 in einer
abgelegenen Bergregion im Osten Afghanistans mehr als 2.200 Menschen.
Ganze Dörfer wurden zerstört, Menschen unter Trümmern eingeschlossen. Die
meisten Opfer gab es in der Provinz Kunar, wo viele Menschen in Häusern aus
Holz und Lehmziegeln in steilen Tälern leben.
Im November erschütterte ein Beben der Stärke 6,3 die
nordafghanische Provinz Samangan. Dabei wurden mindestens 27 Menschen getötet
und mehr als 950 verletzt. Zudem wurden historische Stätten beschädigt,
darunter die berühmte Blaue Moschee in Masar-i-Scharif. Am 7. Oktober 2023
hatte ein Erdbeben der Stärke 6,3 mit starken Nachbeben im Westen Afghanistans
Tausende Menschen getötet.
