
Herr Weinreich, die Lufthansa feiert am 6. April ihren 100. Geburtstag. Sie wurden dort 1959 Pilot. Würden Sie den Beruf jetzt noch einmal wählen?
Ja, auf jeden Fall. Natürlich war früher viel mehr manuelles Fliegen, heute dominieren Computer die Fliegerei. Aber Fliegen bedeutet ja auch, die Welt von oben sehen zu dürfen, mit wunderschönen Landschaften, zum Beispiel bei Flügen über die Alpen oder am Himalaya entlang nach Asien oder bei den Polarflügen über Grönland nach Alaska. Und nach der Landung hatte man damals oft ein paar Tage Zeit bis zum Rück- oder Weiterflug, um fremde Länder zu erkunden.
Sie sind einer der ältesten ehemaligen Lufthansa-Piloten. Wie kamen Sie auf die Idee, Pilot zu werden?
Mein Schulfreund hatte ein Modellflugzeug, das haben wir 1950 unerlaubt in Mannheim am Rhein fliegen lassen, wurden dabei entdeckt und von der Militärpolizei erst mal festgenommen. Jegliches Fliegen, selbst harmloser Modellflug, war von den Alliierten verboten. Als Segelfliegen ab 1951 erlaubt war, fing ich mit 15 Jahren damit an.
