
Einfahrt ins Donbass bei Nacht. Vorne ein Kontrollpunkt der Ukrainer. Licht aus. Die Russen sind nah, und Scheinwerfer ziehen Drohnen an. Also Dunkel-Slalom durch die Sperren. Der Posten, ein schwarzer Schattenriss vor gestapelten Betonblöcken, nickt, winkt freie Fahrt.
Das Donbass im Osten der Ukraine ist gerade der tödlichste Kriegsschauplatz der Erde. Seit vier Jahren versucht Wladimir Putin, es zu erobern. Die russische Armee verliert dabei nach westlichen Schätzungen etwa tausend Soldaten am Tag, aber sie kommt nur zentimeterweise voran, weil die Ukrainer sich verbissen wehren. Der alte Verwaltungssitz des Gebiets, die Millionenmetropole Donezk mit ihren Gruben und Stahlhütten, ist zwar längst unter der Herrschaft der Besatzer, aber den nördlichen Zipfel, den Ballungsraum um die Industriezentren Kramatorsk und Slowjansk, haben die Russen bis heute nicht nehmen können.
