Unsere Suchmaschine führt Sie in der Zentralkartei zu einzelnen Mitgliedskarten; in der Gaukartei werden Sie an eine Stelle gelotst, von
der aus Sie sich alphabetisch vor- und zurückbewegen können. Um einzelne Personen sicher identifizieren zu können, benötigen Sie auf jeden Fall das genaue Geburtsdatum und den Geburtsort Ihrer Vorfahren.
10,2 Millionen Deutsche traten zwischen 1925 und 1945 in die NSDAP ein. Erfasst wurden sie parallel in beiden Karteien. Allerdings sind diese nicht vollständig überliefert. Kurz vor Kriegsende ließ die Parteiführung sämtliche Karteikarten – geschätzt 50 Tonnen Papier – aus der NSDAP-Zentrale, dem Braunen Haus in München, in eine Papiermühle im Stadtteil Freimann bringen. Doch der dortige Müller Hanns Huber stoppte die Vernichtung, als er erkannte, was ihm in die Hände gefallen war. Im Herbst 1945 bargen die Amerikaner die wertvollen Unterlagen und brachten sie Anfang 1946 in das von ihnen aufgebaute Berlin Document Center. Der Parteiforscher Jürgen Falter, der die Mitgliederkartei für sein Standardwerk Hitlers Parteigenossen eingehend untersucht hat, schätzt, dass die Zentralkartei zu 44 Prozent und die Gaukartei zu 77 Prozent erhalten geblieben sind. Erstere enthält nach Auszählung der ZEIT noch rund 4,5 Millionen Namen, letztere nach Angaben des Bundesarchivs 8,3 Millionen. Zusammengenommen sind in beiden Beständen laut Falter 90 Prozent aller ehemaligen NSDAP-Mitglieder auffindbar.
