Vor der Küste der indonesischen Insel Sulawesi hat sich ein starkes Erdbeben ereignet. Die US-Erdbebenwarte (USGS) gab seine Stärke mit 7,4 an. Das Seebeben löste vor der Küste Indonesiens kleine Tsunamiwellen zwischen 20 Zentimetern bis zu einem Meter aus. In der Stadt Manado im Norden der Insel Sulawesi wurde eine 70-jährige Frau von herabfallenden Trümmern getroffen und starb, wie die indonesische Such- und Rettungsbehörde und der indonesische Fernsehsender Metro TV berichteten. Mindestens eine weitere Person wurde verletzt.
Laut der USGS lag das Epizentrum zwischen dem Norden Sulawesis und den Nord-Molukken, rund 127 Kilometer westnordwestlich der Stadt Ternate. Es ereignete sich in einer relativ geringen Tiefe von 35 Kilometern. Auch in weiter entfernten Regionen wie Hawaii und den Philippinen wurden kleinere Wellen aufgezeichnet.
Die Behörden haben eine Tsunamiwarnung für die Inseln rund um die Molukkensee ausgesprochen, die wenig später aber wieder aufgehoben wurde. Auch die US-Tsunamiwarnzentrale hatte zunächst vor möglichen gefährlichen Flutwellen entlang der Küsten Indonesiens, der Philippinen und Malaysias im Umkreis von 1.000 Kilometern um das Epizentrum gewarnt.
Schadensbewertung steht für Teile der Region noch aus
In Bitung, einer Küstenstadt in der Provinz Nord-Sulawesi, sowie in den umliegenden Gebieten und in der Stadt Ternate in der benachbarten Provinz Nord-Molukken, waren starke Erschütterungen spürbar, die zehn bis 20 Sekunden anhielten. In einigen Gebieten fiel der Strom aus. Die US-Erdbebenwarte USGS registrierte mehrere Nachbeben mit Stärken von bis zu 5,0. In Teilen von Ternate entstanden leichte bis mittlere Schäden, wie örtliche Beamte nach ersten Einschätzungen mitteilten. Die Schadensbewertung für andere Teile der betroffenen Region steht noch aus.
Indonesien liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, einer geologisch besonders aktiven Zone mit zahlreichen Vulkanen und tektonischen Platten. Erdbeben und Vulkanausbrüche sind dort sehr häufig. Im Dezember 2004 hatte ein gewaltiges unterseeisches Beben der Stärke 9,1 vor der Küste von Sumatra eine Flutwelle ausgelöst, die mehrere Länder erreichte und insgesamt etwa 230.000 Menschen tötete.
