Manchmal machen kleine Worte einen großen Unterschied. So etwa in einem Prozessurteil, das die Vorsitzende Richterin am Landgericht in Hamburg über eine Stunde lang begründet. Der Angeklagte Luis Rupert hatte in seinem letzten Wort gesagt, ihm tue es unfassbar leid, was seiner Vermieterin passiert sei. Die Richterin korrigiert ihn. “Es ist Ihrer Vermieterin nicht passiert. Sie haben das verursacht. Das ist Ihre Schuld.”

Was ist Schuld, was Schicksal? Wo verläuft der Grat zwischen Einsicht und Verantwortung, zwischen verständlicher Leichtfertigkeit und fatalem Risiko? Um diese Fragen geht es.