Es wirkt auf den ersten Blick wie eine Klassenfahrt. Am späten Montagabend steigt der Tross, der den
Bundesaußenminister nach Kyjiw begleitet, im polnischen Przemysl nahe der
ukrainischen Grenze in einen breiten blauen Zug, der langsam durch
die Nacht zuckelt. Auf einer Pritsche mit kariertem Bezug kann man sich ausstrecken,
Kollegen fragen aus dem Nachbarabteil, wo sich das Fenster öffnen
lässt, Brötchen und Wasser machen die Runde. Auf der Nachbarpritsche
liegen ein Helm und eine schwere schusssichere Weste, womit die Bundeswehr daran erinnert, wo man hier ist.