
Das Jahr 2025 war in Deutschland 1,8 Grad Celsius wärmer als die Referenzperiode 1961 bis 1990 und ist damit eines der wärmsten Jahre seit 1881. Aber wie genau wird es in Zukunft hierzulade aussehen? Zu erwarten sei, sagte Tobias Fuchs bei einer Präsentation des Deutschen Wetterdienst (DWD), „eine Zunahme von Hitzewellen, Tropennächten und generell der Hitzebelastung“. Der DWD liefert nun für ganz Europa hochauflösende Projektionen: Wie sich das Klima entwickelt, lässt sich in zwölf mal zwölf Kilometer großen Quadranten berechnen. Die neuen Modelle liefern erste Vorhersagen bis ins Jahr 2100, und zwar detailliert und für einzelne Regionen.
In den nächsten Monaten möchte der DWD noch präzisere Simulationen mit einer Auflösung von fünf Kilometern verwenden, um noch kleinere Gebiete auf Klimaveränderungen zu untersuchen. „Beispielsweise können damit Unterschiede sichtbar werden zwischen einem Mittelgebirge und dem umliegend den Flachland“, sagt der DWD-Vorstand Fuchs.
Langfristige Veränderungen sichtbar machen
Am stärksten erhöht sich die Temperatur voraussichtlich in Süd- und Ostdeutschland, in Nordwestdeutschland werde die Erwärmung etwas schwächer ausfallen. Im Sommer kann es im extremen Fall zu einer durchschnittlichen Erhöhung der Temperatur von bis zu sieben Grad im Vergleich zum Zeitraum 1961 bis 1990 geben.
Dass der Klimawandel hierzulande auch mit Extremwetterereignissen wie Starkregen einhergeht, ist bekannt. Aber wie häufig wird es heftig und viel regnen – und vor allem: Welche Regionen werden überhaupt betroffen sein? Die Prognosen für den Niederschlag sind als kleinräumige Ereignisse schwieriger. Sie besitzen deshalb eine größere Unsicherheit, sodass bisher keine eindeutigen Aussagen möglich sind. Rückläufig ist der Niederschlag vermutlich in Westdeutschland, im Nordosten könnte er zunehmen.
Der menschengemachte Klimawandel hat sich 2025 in Deutschland erneut deutlich bemerkbar gemacht. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Dienstag in Berlin mitteilte, lag die Jahresmitteltemperatur bei 10,0 Grad Celsius und damit weiterhin weit über den klimatologischen Referenzwerten früherer Jahrzehnte. So betrug der Durchschnitt im Zeitraum 1961 bis 1990 noch rund 8,2 Grad.
Weltweit zählt 2025 nach Angaben internationaler Klimadienste zu den drei heißesten Jahren seit Beginn der Aufzeichnungen. Damit setzt sich der langfristige Erwärmungstrend laut DWD sowohl global als auch in Deutschland fort.
Kurze Atempause?
Hierzulande brachte 2025 nach drei aufeinanderfolgenden Rekordjahren bei der Jahresmitteltemperatur eine leichte Entlastung – allerdings auf hohem Niveau. Mit 10,0 Grad Celsius rangierte das Jahr auf Platz acht der heißesten Jahre seit Beginn der Messungen 1881. Gegenüber dem Höchstwert 2024 fiel 2025 um 0,9 Grad kühler aus.
Für DWD-Klimaexperten Andreas Becker ist diese „Atempause“ eine Erklärung dafür, warum viele Bürgerinnen und Bürger das vergangene Jahr nicht als zu warm einordnen würden. „Wir passen unser Empfinden bereits an die Erinnerung der jüngsten außerordentlich warmen Jahre an“, sagte Becker. Dennoch lag die Temperatur deutlich über früheren Vergleichswerten: um 1,8 Grad über der Referenzperiode 1961 bis 1990 und um 0,7 Grad über dem Mittel von 1991 bis 2020.
Von einem Ende oder auch nur einer relevanten Abbremsung der globalen Erwärmung könne keine Rede sein. Im Gegenteil: Nach Einschätzung des DWD wird das im Pariser Klimaabkommen vereinbarte 1,5-Grad-Ziel dauerhaft zwischen 2028 und 2035 überschritten. Klimaschutz bleibe entscheidend, um Ausmaß und Dauer der Überschreitung zu begrenzen.
Extreme prägten das vergangene Jahr
Nach Berechnungen des DWD werden die Temperaturen in ganz Deutschland künftig weiter steigen. Besonders deutlich fällt die Erwärmung demnach in Süd- und Ostdeutschland aus. Betroffen sind alle Jahreszeiten, mit den stärksten Veränderungen im Sommer. Beim Niederschlag zeigt sich ein differenziertes Bild: Im Winter werden vor allem im Norden höhere Mengen erwartet, im Frühjahr im Nordosten. Für den Südosten hingegen rechnen die Meteorologen mit trockeneren Herbstmonaten.
Grundlage der Auswertung ist ein Vergleich der Referenzperiode 1961 bis 1990 mit Projektionen für die Jahre 2071 bis 2100. Diese basieren auf einem Szenario mit weiterhin hohen Treibhausgasemissionen und einem globalen Temperaturanstieg von 2,8 bis 4,2 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts, wie Tobias Fuchs vom DWD erläuterte. Es handelt sich dabei um ein eher pessimistisches Szenario. Projektionen für weitere Szenarien will der DWD noch vorlegen.
Um die Auswirkungen des Klimawandels besser abschätzen zu können, stellte der DWD zudem neue Klimadaten bereit. Diese sollen Kommunen und Behörden dabei unterstützen, Anpassungsmaßnahmen gezielter zu planen.
