An einem Nachmittag im April des
vergangenen Jahres bekam der Geschäftsführer eines privaten Gymnasiums in
Homburg einen Anruf. Eine Mitarbeiterin der Verwaltungsbehörde wollte ihn
sprechen. Die Frau sagte, sie habe auf der Website der Schule eine Lehrerin
gefunden, die womöglich gar keine sei.
Der
Geschäftsführer war perplex. Ein Fake-Anruf? Aber die Frau klang seriös, erzählt er später. Der Geschäftsführer sprach mit dem Schulleiter, sie
beschlossen, die Lehrerin am nächsten Morgen zu befragen.
Knapp ein Jahr später sitzt die vermeintliche Lehrerin im
größten Sitzungssaal des Heidelberger Landgerichts und wird wegen Betrugs und
Urkundenfälschung zu viereinhalb
Jahren Haft verurteilt. Sie
arbeitete mehr als drei Jahre lang an Privatgymnasien in Heidelberg und Homburg
– ohne einen Hochschulabschluss, ohne ein Referendariat.
