
Der Römerberg ist voll von Menschen mit Plakaten und Trillerpfeifen. Nach Angaben der Veranstalter sind es mehrere Tausend Teilnehmer, vor allem Frauen, aber auch Männer und sogar Familien, die zur Kundgebung unter dem Motto „Es reicht!“ und zur anschließenden Demo gekommen sind.
„Wir sind laut. Wir sind viele. Es ist Zeit, sich zu verbünden“, ruft eine der Organisatorinnen. „Wir wollen unsere Wut herausschreien.“ Als sie fragt, wie viele Frauen schon sexualisierte Gewalt erlebt haben, hebt eine Vielzahl von ihnen die Hände. Die Demonstranten, die trotz wechselhaften Wetters auf die Straße gegangen sind, fordern eine Verschärfung des Sexualstrafrechts und die konsequente Strafverfolgung digitaler sexualisierter Gewalt.
Immer wieder erklingen Sprechchöre: „Ja heißt Ja. Nein heißt Nein.“ Viele Teilnehmer halten Plakate in die Höhe, auf denen Sätze zu lesen sind wie „Die Scham muss die Seite wechseln, die Verantwortung auch“ oder „Jede Frau kennt ein Opfer, aber kein Mann einen Täter“. Auch an die Politik und an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) appellieren die Redner und Demonstranten. „Das Problem sind Männer, nicht Migration“ steht auf einigen Plakaten.
Bereits in Berlin, Hamburg und weiteren deutschen Städten fanden Demonstrationen mit Tausenden Teilnehmern statt, nachdem die Vorwürfe von Collien Fernandes öffentlich geworden waren. Die Moderatorin beschuldigt ihren früheren Ehemann, den Schauspieler Christian Ulmen, gefälschte pornographische Aufnahmen erstellt und in ihrem Namen unter anderem an Männer aus ihrem beruflichen Umfeld verschickt zu haben. Der Anwalt von Ulmen sprach im Zusammenhang mit den Vorwürfen von „unwahren Tatsachen“, es gilt die Unschuldsvermutung.
Aufgerufen zu der Demonstration in Frankfurt hatte das Kollektiv Vulver. Auch der CSD Frankfurt, das Frauenreferat und der Paritätische Wohlfahrtsverband Hessen teilten den Aufruf.
