War es einfach nur ein öffentliches Gebet oder ein Akt der Dominanz, wie es Kritiker sagen? Mitte März versammelten sich auf dem Trafalgar Square in London mehrere Tausend Muslime, um das Fastenbrechen während des Ramadan zu feiern. Mehrere Hundert von ihnen vollzogen dabei auch ein rituelles Gebet. Seitdem tobt in Großbritannien eine immer breitere und schärfere Debatte um die Grenzen der Toleranz. Im Kern geht es darum, ob der Islam behandelt werden sollte wie jede andere Religion auch.
Alles begann damit, dass Nick Timothy, ein Abgeordneter der oppositionellen Konservativen Partei, auf X postete, Rituale wie die auf dem Trafalgar Square seien “auf unseren öffentlichen Plätzen” nicht willkommen. Er wolle nicht sagen, dass alle, die an dem Gebet an diesem zentralen Londoner Ort teilgenommen hätten, Islamisten seien. Aber diese Art und Weise, öffentliche Plätze zu dominieren, stamme “direkt aus dem islamistischen Lehrbuch”. Für Gebete gebe es Moscheen. Timothy ist kein unbedeutender Hinterbänkler, sondern der Schattenjustizminister der Tory-Fraktion.
