Die Vereinten Nationen wollen wandernde Wildtiere besser
schützen. Die Vertragsstaatenkonferenz der Konvention zur Erhaltung wandernder
wildlebender Tierarten (CMS) hat die Aufnahme von 40 Tierarten in die
Schutzlisten der mehr als 130 Mitgliedsländer beschlossen. Zu den neu oder
stärker geschützten Arten zählen unter anderem Geparden, Streifenhyänen,
Schneeeulen, Riesenotter sowie mehrere Haiarten.
Das Artenschutzabkommen umfasst nun mehr als 1.200 Tierarten.
Bei fast der Hälfte davon gehen laut UN die Populationen zurück, rund ein
Viertel ist vom Aussterben bedroht. Besonders betroffen sind Meerestiere. Auch
die Bestände der Süßwasserfische sind laut einem UN-Bericht stark zurückgegangen:
seit 1970 um mehr als 80 Prozent. Hauptursachen sind Staudämme, verschmutzte
Gewässer, Überfischung und unterbrochene Flussverbindungen.
Beschlossen wurden bei der Konferenz in der brasilianischen
Stadt Campo Verde auch regionale Schutzprogramme für den Amazonas sowie
Initiativen gegen Übernutzung, Lebensraumverlust, illegale Jagd, Beifang,
Plastikverschmutzung und Lärm unter Wasser.
Durchbruch für den Schutz der Haie
Die Biologin Mona Schweizer von der Artenschutzorganisation
Pro Wildlife nannte den Beschluss “ein starkes Signal für den internationalen
Artenschutz”. Gerade für Haie sei das Abkommen ein “echter Durchbruch”.
“Wir reisen mit strengeren Schutzmaßnahmen und ehrgeizigeren
Plänen ab, doch die Arten selbst warten nicht auf unser nächstes Treffen”,
sagte die Exekutivsekretärin des Artenschutzabkommens, Amy Fraenkel. Sie mahnte eine schnelle Umsetzung an.
Dem Artenschutzabkommen gehören die Europäische Union an sowie
viele Länder Afrikas und Lateinamerikas. Die USA, China und Russland zählen nicht
dazu.
