Die Atemfrequenz des Buckelwals vor der
Ostseeküste ist reduziert. Das teilte das Deutsche Meeresmuseum auf
seiner Internetseite mit. Der Wal sei
geschwächt, sagte die Biologin Lisa Klemens vom Deutschen Meeresmuseum
am frühen Abend auf Nachfrage. Sie sei selbst bis vor Kurzem am Ort
gewesen. Seine Lage sei unverändert. Sie fügte aber hinzu: “Er hat die Möglichkeit, sich
wegzubewegen, wo er aufliegt momentan.”
Seit Tagen hält das Drama um den Buckelwal in
der Ostsee an. In der Nacht zu Sonntag befreite sich das Tier vor
Wismar, wenig später lag es erneut fest. Mecklenburg-Vorpommerns
Umweltminister Till Backhaus (SPD) hatte zuvor berichtet, man wolle den Wal jetzt in Ruhe lassen, in der Hoffnung, dass er Kraft tankt, sich selbst befreit und den Weg aus der Ostsee heraus findet.
Die Situation des Buckelwals könnte sich allerdings in der kommenden Nacht verschlechtern, denn der Wasserstand soll bis Montag sinken. In der Bucht besteht insgesamt die große Gefahr, dass er auch nach einer
möglichen Befreiung wieder strandet.
Ruhe soll helfen
In der Nacht zu Sonntag konnte sich der 12 bis 15 Meter lange Wal bei steigendem Wasserstand zunächst selbst von einer Sandbank vor der kleinen Insel Walfisch
in der Wismarbucht freischwimmen. Doch wenig später lag er erneut fest, ganz in der Nähe, an einer etwa zwei Meter tiefen Stelle. Scheinbar
regungslos lag er am Sonntag dort, nur ab und zu stieß er eine
Wasserfontäne in die Luft.
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) sagte, man wolle den Wal
jetzt in Ruhe lassen, in der Hoffnung, dass er Kraft tankt, sich
selbst befreit und den Weg aus der Ostsee heraus findet. Seine Rufe
seien seit Samstag weniger geworden. “Es geht ihm schlecht”, sagte der
Minister. Die Behörden haben nach seinen Worten ein Sperrgebiet im
Umkreis von 500 Metern rund um den Wal gezogen, in das kein Schiff oder Boot hineinfahren darf.
Greenpeace-Meeresbiologe
Thilo Maack sagte, die Fischerei sei weltweit ein Problem für
Meeressäuger. Schätzungen zufolge kämen jedes Jahr rund 300.000 Wale und Delfine in Netzen ums Leben. Auch der Wal
vor der Ostseeküste war offenbar in ein Netz geraten. Helfer konnten in
den vergangenen Tagen einen Teil des Netzes von dem Tier entfernen. Ein Teil hänge aber immer noch in seinem
Maul, es habe sich nicht herausziehen lassen.
