Brandenburgs Eltern befürchten wegen der drohenden Verschärfung des Lehrermangels im kommenden Schuljahr negative Konsequenzen für den Unterricht. Der Landeselternrat appelliert daher an die SPD/CDU-Koalition, bei der Aufstellung des künftigen Haushalts genug Mittel zu veranschlagen. «Das Wichtigste ist, dass der Haushalt so sein muss, dass in die Bildung investiert wird», sagte Sprecher Matthias Knoll der Deutschen Presse-Agentur. Er hofft auf eine Abfederung fehlender Lehrer: «Es gibt ja vielleicht noch eine Lösung, Seiteneinsteiger doch zu gewinnen.»
Minister erwartet größten Lehrermangel
Der neue Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) hatte angekündigt, dass das Land vor dem bisher größten Lehrerdefizit steht. «Wir werden im nächsten Schuljahr den absoluten Peak (Höhepunkt) erleben mit den höchsten Schülerzahlen in Brandenburg und dem größten Lehrermangel», sagte er am Donnerstag im Bildungsausschuss des Landtags. Er könne nicht garantieren, die Absicherung der Stundentafel zum nächsten Schuljahr im bisherigen Maße hinzubekommen.
Landeselternrat sieht Stundentafel in Gefahr
Der Landeselternrat zeigte sich besorgt. «Zwar sieht der Koalitionsvertrag die Schaffung von 250 zusätzlichen Stellen vor, mit dem Ziel, die Schüler-Lehrer-Relation stabil zu halten», heißt es in einem internen Schreiben. «Doch Stabilisierung allein reicht nicht aus – notwendig ist eine spürbare Verbesserung. Bereits jetzt fallen rund zwei Millionen Unterrichtsstunden aus oder können nicht planmäßig stattfinden. Wir sehen daher die Sicherung der Stundentafel in ernster Gefahr.»
Volksinitiative gegen Unterrichtsausfall
Der Landeselternrat wirbt für eine bereits 2025 beschlossene Volksinitiative «Unterricht statt Ausfall». «Es braucht dringend mehr tatsächlichen Unterricht in Brandenburg», heißt es dazu. Die Volksinitiative, für die Unterschriften gesammelt werden, verlange wirksame Maßnahmen, um den hohen Stundenausfall zu reduzieren und jedem Kind guten Unterricht zu garantieren. Notwendig sind mindestens 20.000 gültige Unterschriften, damit sich der Landtag mit der Initiative befasst.
Die Zahl der Lehrerstellen im Haushalt 2025 war um 345 Vollzeitstellen gesunken. Dazu müssen die meisten Lehrerinnen und Lehrer seit dem zweiten Schulhalbjahr eine Stunde pro Woche mehr unterrichten. Das hatte zu Protest geführt. Wegen der Stellenkürzungen konnten im vergangenen Schuljahr laut Hoffmann sehr viele Seiteneinsteiger nicht eingestellt werden.
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