Dreieinhalb Jahre stand Giorgia Meloni auf der Hauptbühne der italienischen Politik und glänzte.

Im Oktober 2022 hatten die Italiener ihrer Partei Fratelli d’Italia eine Mehrheit geschenkt und sie damit überraschend ins Amt der Ministerpräsidentin katapultiert – als erste Frau in der Geschichte des Landes.

Sie fand sich in dieser Rolle schnell zurecht. Sie überwand das Misstrauen, das ihr aus europäischen Ländern entgegenschlug, weil sie ihre politischen Wurzeln im Neofaschismus hat, und knüpfte feste Bande in Brüssel, Berlin und Washington. Die Berichterstattung über sie war wohlwollend bis begeistert, und bei den Italienern blieb sie all die Jahre beliebt. Bald wurde ihrer Art des Regierens Modellcharakter für alle europäischen Politiker vom rechten Rand zugeschrieben. Das Stück, das sie aufführte, enthielt die Botschaft: Ich komme zwar von rechts außen, bin aber gar nicht schlimm. Im Gegenteil: Ich bin die Zukunft!