Aus der Serie:
Die ZEIT-Redaktion entdeckt…
In Tokio erlebte unsere Autorin die große Choreografie der Effizienz und eine Sauberkeit, die sie beeindruckte. Nur eine sehr deutsche Disziplin kam ihr dort zu kurz.
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© Philip Fong/AFP/Getty Images
Es begann schon auf dem Flug nach Tokio: Je näher ich den japanischen Inseln kam, desto stärker wurde meine Sehnsucht nach perfekter Taktung und Pünktlichkeit – nach Zügen, in die man einsteigen konnte ohne die panische Angst, dass ein reservierter Sitzplatz wegen einer spontanen Wagenreihungsänderung einfach verschwindet.
Bei der Landung erlebte ich die große Choreografie der Effizienz: Die Passkontrolle lief wie am Fließband, und bereits vierzig Minuten später stand ich vor dem Flughafengebäude. Auch in der Stadt setzte sich dieser Eindruck fort: Sie empfing mich mit einer Sauberkeit, die mich beinahe anschrie. Die Straßen wirkten nicht nur gekehrt, sondern wie gesaugt. Dieses “cleane” Gefühl umhüllte mich sofort und ließ mich denken: Hier ist die Welt noch in Ordnung.
