Eine weitere Bergungsaktion für den in der Lübecker Bucht gestrandeten Wal soll an diesem Donnerstag beginnen. Dafür sollen zwei schwimmfähige Bagger ins Wasser gelassen werden, um eine 50 Meter lange, sechs Meter breite und 1,20 Meter tiefe Rinne vor dem Kopf des Wals zu graben.
Besonders herausfordernd seien bei der Rettungsaktion Wind und Strömung, sagte Baggerfahrer Tim Löhndorf von der Firma Ökologischer Gewässerdienst Wandhoff der Nachrichtenagentur dpa. Messungen haben zudem ergeben, dass der Buckelwal größer ist als zunächst angenommen. Er soll zwischen 12 und 15 Meter lang sein und wiege geschätzt rund 15 Tonnen, teilte das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) mit.
Der Buckelwal war Montagmorgen auf der Sandbank entdeckt worden, mehrere Rettungsversuche unter anderem mit einem kleinen Saugbagger waren aber gescheitert. Zwar gelang es, den Wal in Richtung der tieferen Fahrrinne zu drehen, frei kam er aber nicht. Auch Versuche, mit Polizeibooten Wellen zu machen, damit sich der Wal freischwimmen kann, brachten nichts. Anders als in der Nordsee gibt es in der Ostsee auch keine deutliche Tide, die den Wal wieder in tieferes Wasser spülen könnte.
Womöglich letzter Rettungsversuch
Es könnte der letzte Versuch sein, den vor Timmendorfer Strand auf Grund liegenden Buckelwal zu befreien. Nach Einschätzung von Experten des Deutschen Meeresmuseums sind die Überlebenschancen gering: “Der Gesundheitszustand des Wals ist besorgniserregend, sowohl seine Haut als auch den Allgemeinzustand betreffend”, teilten sie bereits am Dienstag mit.
Anders als in den Tagen zuvor war am Mittwoch kein regelmäßiges Brummen des Wals mehr zu hören – allein schon wegen des stürmischen Wetters. Etwa jede Minute ist zu sehen, wie der Wal atmet und eine kleine Fontaine von seinem Kopf in die Höhe spritzt. Sein Rücken ragt aus dem Wasser, hin und wieder lassen sich Seevögel nieder, die dem Wal etwas vom Rücken picken.
Buckelwale können nach Expertenangaben bis zu etwa 30 Tonnen Gewicht erreichen und haben eine Lebenserwartung von bis zu 90 Jahren. Kennzeichnend für die Art sind die langen, Flipper genannten Brustflossen, die ein Drittel der Körperlänge erreichen.
